DARKTHRONE – To Old Too Cold (Single)

 
Label: Peaceville
Release: 26.01.2006
Von: Polsi
Punkte: -/-
Time: 13:02
Stil: Black Metal
URL: Darkthrone
 
Ein weiser Mann (eigentlich war es Cronos von Venom) gab vor nicht allzu langer Zeit folgendes Zitat von sich: „Black Metal - das sind schnelle und langsame Songs über Sex, Drogen, Rock’n’Roll und Satanismus“ – und hat damit genau den Punkt getroffen! Keine Parolen, keine Kinderreime, keine Hummeln im Arsch, keine Geschwindigkeitsrekorde, keine Schminke, keine Image-Reiterei – nur puren, finsteren Rock’n’Roll.
Die seit ungefähr sechs Jahren immer besser und kreativer werdenden DARKTHRONE liefern mit ihrer ersten Single überhaupt ein Paradebeispiel dieses Genres ab! Schon der Titeltrack macht klar, worum es hier geht: schnörkellos, gemein und mit einer räudig-punkigen Ausstrahlung poltert Too Old Too Cold durchs Unterholz. Der Titel sagt eh schon alles…
Der nächste Song High On Cold War geht in eine ähnliche Richtung und bietet Gitarrensoli und ein arschgeiles Duett zwischen Nocturno Culto’s typisch knurrendem Gesang und dem hysterischen Gekreische vom Enslaved-Sänger Grutle.
Und dann kommt das wofür ich DARKTHRONE eine solche Menge Respekt entgegenbringe: eine Coverversion, welche die gesamte Attitüde dieser Band zum Ausdruck bringt. DARKTHRONE covern nämlich nicht Celtic Frost, sie covern auch nicht Bathory, nicht Hellhammer und nicht Mayhem, sondern sie vergehen sich an Love In A Void, einem Song der britischen Wave-Punker Siouxsie And The Banshees – und das nicht einmal schlecht. Wem das Original bekannt ist (übrigens ein guter Song!), der erkennt eh sofort, dass man hier nicht hundertprozentig ernsthaft zu Werke gegangen ist.
Der Rausschmeißer Graveyard Slut ist dann wieder ganz im Stile der neueren DARKTHRONE, das heißt roh, brachial und mit viel Rock'n’Roll-Blut ausgestattet. Großartig!
Mit dieser Single und mit Sicherheit auch mit dem kommenden Album The Cult Is Alive zeigt dieses norwegische Duo sowohl der modernen Metalkultur als auch der selbsternannten Black Metal-Elite den Mittelfinger und steigt in meiner Sympathieskala wieder eine Stufe weiter nach oben.