Ein
weiser Mann (eigentlich war es Cronos von Venom) gab vor nicht
allzu langer Zeit folgendes Zitat von sich: „Black Metal
- das sind schnelle und langsame Songs über Sex, Drogen,
Rock’n’Roll und Satanismus“ – und hat
damit genau den Punkt getroffen! Keine Parolen, keine Kinderreime,
keine Hummeln im Arsch, keine Geschwindigkeitsrekorde, keine
Schminke, keine Image-Reiterei – nur puren, finsteren
Rock’n’Roll.
Die seit ungefähr sechs Jahren immer besser und kreativer
werdenden DARKTHRONE liefern mit ihrer ersten
Single überhaupt ein Paradebeispiel dieses Genres ab! Schon
der Titeltrack macht klar, worum es hier geht: schnörkellos,
gemein und mit einer räudig-punkigen Ausstrahlung poltert
Too Old Too Cold durchs Unterholz. Der Titel sagt eh
schon alles…
Der nächste Song High On Cold War geht in eine
ähnliche Richtung und bietet Gitarrensoli und ein arschgeiles
Duett zwischen Nocturno Culto’s typisch knurrendem Gesang
und dem hysterischen Gekreische vom Enslaved-Sänger Grutle.
Und dann kommt das wofür ich DARKTHRONE
eine solche Menge Respekt entgegenbringe: eine Coverversion,
welche die gesamte Attitüde dieser Band zum Ausdruck bringt.
DARKTHRONE covern nämlich nicht Celtic
Frost, sie covern auch nicht Bathory, nicht Hellhammer und nicht
Mayhem, sondern sie vergehen sich an Love In A Void,
einem Song der britischen Wave-Punker Siouxsie And The Banshees
– und das nicht einmal schlecht. Wem das Original bekannt
ist (übrigens ein guter Song!), der erkennt eh sofort,
dass man hier nicht hundertprozentig ernsthaft zu Werke gegangen
ist.
Der Rausschmeißer Graveyard Slut ist dann wieder
ganz im Stile der neueren DARKTHRONE, das heißt
roh, brachial und mit viel Rock'n’Roll-Blut ausgestattet.
Großartig!
Mit dieser Single und mit Sicherheit auch mit dem kommenden
Album The Cult Is Alive zeigt dieses
norwegische Duo sowohl der modernen Metalkultur als auch der
selbsternannten Black Metal-Elite den Mittelfinger und steigt
in meiner Sympathieskala wieder eine Stufe weiter nach oben.