Auf den
ersten Blick ist Crimson Butterfly
ein recht gewöhnliches Stück Gothic Metal mit den
üblichen Zutaten. Weibliche und männliche Gesangsduelle,
nicht allzu harte Instrumentierung und einfach gestrickte
Songs. Doch bei genauerem Hinhören kristallisieren sich
doch ein paar Facetten mehr heraus. Es finden sich Elemente
aus einigen Spielarten, so werden munter Power-, Death- und
Progressive Metal Klänge unter einen Hut gebracht. Die
Verschmelzung all dieser Puzzleteile gelingt recht gut, aber
vom Hocker reißen mich die einzelnen Stücke keineswegs.
Die Gitarrenarbeit finde ich dabei durchwegs passabel, einige
filigrane Leads und Soli verbuchen DARKSKY
auf der Habenseite. Auch der männliche Teil der Gesangsdarbietung
überzeugt mich durch die Abwechslung, nur die Dame hinter
dem Mikro klingt speziell in höheren Tonlagen nicht ganz
sattelfest, passt aber gut ins Gesamtbild. Die Spielzeit der
Lieder liegt im überdurchschnittlichen Bereich, will
heißen dass sich die 5 Songs episch, aber keinesfalls
kitschig präsentieren. Takt- und Tempowechsel gibt es
zuhauf, ohne den viel zitierten roten Faden aus den Augen
zu verlieren.
DARKSKY
verstehen es auf diesem ersten wirklichen Album (nach einem
Demo und einer Mini EP) aber leider nicht, so wirklich gute
Refrains zu schreiben, nichts will sich als akustischer Widerhaken
im Langzeitgedächtnis festsetzen. Das ist zwar auf der
einen Seite schade, doch so rutschen DARKSKY
auch nicht in die Schublade des allzu leicht verdaulichen
musikalischen Fast Food. Einige Höhepunkte auf Crimson
Butterfly sind etwa die Pianomelodie in Concealed
By An Illusion, der fetzige Mittelteil bei Lex Aeterna,
die Abwechslung im Allgemeinen und die gute Verschmelzung
verschiedenster Stile und Tempi. Der rein instrumental gehaltene
Abschluss betont die technische Seite der Band, hier liefern
sich Gitarre und Keyboard so manches Duell in furioser Manier.
Als verbesserungsfähig empfinde ich die Hooklines und
neben manchen schrägen Vokalteilen von Francesca auch
den gepressten männlichen Gesang zu Beginn von Lex
Aeterna. Dieser erinnert an eine Hardcore Band und das
steht den Italienern nun gar nicht gut zu Gesicht. Manchmal
frickelt die Band auch mal drauf los, doch zu kompliziert
gerät die Musik doch nie.
So bleibt Crimson Butterfly in seiner
Gesamtheit zu unspektakulär, um bleibende Eindrücke
zu hinterlassen. Es hält spannende Momente bereit, bietet
auch eine gewisse Härte und Geschwindigkeit, doch zum
großen Wurf hat es noch nicht gereicht – nicht
unangenehm, aber bisweilen belanglos plätschern die knapp
37 Minuten dahin, ohne mich tief zu bewegen oder zu begeistern.