DARKSKY – Crimson Butterfly

 
Label: Frost Foundation
Release: 01.02.2006
Von: Stormlord
Punkte: 6/10
Time: 36:34
Stil: Gothic Metal
URL: Darksky
 

Auf den ersten Blick ist Crimson Butterfly ein recht gewöhnliches Stück Gothic Metal mit den üblichen Zutaten. Weibliche und männliche Gesangsduelle, nicht allzu harte Instrumentierung und einfach gestrickte Songs. Doch bei genauerem Hinhören kristallisieren sich doch ein paar Facetten mehr heraus. Es finden sich Elemente aus einigen Spielarten, so werden munter Power-, Death- und Progressive Metal Klänge unter einen Hut gebracht. Die Verschmelzung all dieser Puzzleteile gelingt recht gut, aber vom Hocker reißen mich die einzelnen Stücke keineswegs. Die Gitarrenarbeit finde ich dabei durchwegs passabel, einige filigrane Leads und Soli verbuchen DARKSKY auf der Habenseite. Auch der männliche Teil der Gesangsdarbietung überzeugt mich durch die Abwechslung, nur die Dame hinter dem Mikro klingt speziell in höheren Tonlagen nicht ganz sattelfest, passt aber gut ins Gesamtbild. Die Spielzeit der Lieder liegt im überdurchschnittlichen Bereich, will heißen dass sich die 5 Songs episch, aber keinesfalls kitschig präsentieren. Takt- und Tempowechsel gibt es zuhauf, ohne den viel zitierten roten Faden aus den Augen zu verlieren.

DARKSKY verstehen es auf diesem ersten wirklichen Album (nach einem Demo und einer Mini EP) aber leider nicht, so wirklich gute Refrains zu schreiben, nichts will sich als akustischer Widerhaken im Langzeitgedächtnis festsetzen. Das ist zwar auf der einen Seite schade, doch so rutschen DARKSKY auch nicht in die Schublade des allzu leicht verdaulichen musikalischen Fast Food. Einige Höhepunkte auf Crimson Butterfly sind etwa die Pianomelodie in Concealed By An Illusion, der fetzige Mittelteil bei Lex Aeterna, die Abwechslung im Allgemeinen und die gute Verschmelzung verschiedenster Stile und Tempi. Der rein instrumental gehaltene Abschluss betont die technische Seite der Band, hier liefern sich Gitarre und Keyboard so manches Duell in furioser Manier. Als verbesserungsfähig empfinde ich die Hooklines und neben manchen schrägen Vokalteilen von Francesca auch den gepressten männlichen Gesang zu Beginn von Lex Aeterna. Dieser erinnert an eine Hardcore Band und das steht den Italienern nun gar nicht gut zu Gesicht. Manchmal frickelt die Band auch mal drauf los, doch zu kompliziert gerät die Musik doch nie.
So bleibt Crimson Butterfly in seiner Gesamtheit zu unspektakulär, um bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Es hält spannende Momente bereit, bietet auch eine gewisse Härte und Geschwindigkeit, doch zum großen Wurf hat es noch nicht gereicht – nicht unangenehm, aber bisweilen belanglos plätschern die knapp 37 Minuten dahin, ohne mich tief zu bewegen oder zu begeistern.