DARK RUNNER – Awaken All Myths
Label: Xymox Control
Release: 27.06.2003
Von: Calani
Punkte: 7
 

Awaken All Myths ist zum einen ein sehr interessantes Album, zum anderen auch sehr zwiespältig, zumindest für mich. 1999 vom griechischen Multitalent Glaufx Garland gegründet, soll DARK RUNNER das Synonym für alptraumhafte harte Musik werden. Mit Awaken All Myths startet man nach Unknown Master Save Us & Gently Sin in die zweite Runde, um den geneigten Hörer in den Wahnsinn zu treiben. Musikalisch fließen eine Menge Stile ein. Das Grundgerüst besteht zunächst aus hartem Industrial, auf welchem man eine Konstruktion aus EBM, Hardcore Techno, Ambient und Trance aufsetzt. Zudem fließen diverse stilistische Elemente wie z.B. hintergründige Dudelsack Melodien ein (You’re Pathetic, This Is War!), die einen immer wieder verwundert lauschen lassen, meint man doch, diese Musik kommt von der Strasse oder aus einer anderen Wohnung.
Eröffnet wird der Alptraum mit Acheron – Hades, ein instrumentales Stück, welches sich sehr düster und bedrohlich aufbaut. Es hat nahezu den Soundtrackcharackter eines Horrorstreifens. Gefällt mir ausgezeichnet. Your Hate Or Your Love Are Snowflakes In My Heart beginnt zunächst mit recht seltsamen synthetischen Drum Beats, wandelt sich aber nach kurzer Einführung in einen absolut apokalyptischen Industrial Kracher und ist einer der wenigen Songs, bei denen es auch recht schizophrenen Gesang gibt. Das bereits erwähnte You’re Pathetic, This Is War! ist bereits eine Mischung aus Industrial und Hardcore Techno, während bei Departure 2 – Time Machine besagte Trance oder sogar GOA Elemente einfließen. In diesem Stilmix geht es munter weiter, wobei mir die düsteren Industrial / EBM (Master Save Us. They Are Evil) / Ambient (From Beyond Part 2 – To H.P. Lovecraft und Stay Away) Sachen am besten gefallen. Mit den anderen erwähnten Einflüssen mag ich nicht allzu viel anzufangen.
Insgesamt hat Awaken All Myths meiner Meinung nach ein paar strukturelle Schwächen. Das ganze Gebilde hängt irgendwie frei im Raum. Es gibt – zumindest für mich – keinen erkennbaren roten Faden, der das Album zusammenhält und dem Ganzen einen Sinn gibt. Zwischen den Tracks sind deutliche Pausen, so das jeder Song einzeln für sich steht. Es bedarf wirklich schon sehr abstrakter Assoziationen, die einzelnen Enden aufzunehmen und zu etwas zusammenzuknüpfen. Die Atmosphäre allerdings ist allzeit düster, bedrohlich, bedrückend und paranoid. Vielleicht fehlen mir hier bestimmte Chemicals, um den tieferen Sinn zu erfassen. Vielleicht kann ich auch einfach nicht richtig los- und mich hineinziehen lassen.
Den Titeltrack gibt es auch als Video im Multimedia Part der CD, dessen Visualisierung mit dem Cover Artwork einhergeht. Sollte man gesehen haben ;-)
Awaken All Myths hat für mich durchaus geniale Momente und nach dem 10. mal hören, fügen sich die Sachen auch ein bisschen besser zusammen (während meine Boxen sich eher langsam ... um ... zerlegen). DARK RUNNER sind es auf jeden Fall Wert angetestet zu werden und natürlich werde ich da ein Auge drauf behalten.

Dark Runner