DARKHER – Realms

 
Label: Prophecy Productions
Release: 19.08.2016
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 44:00
Stil: Atmospheric Doom Metal/ Dark Folk
URL: Darkher
 

Nach der magischen, mystisch schönen EP The Kingdom Field im November 2014 und einem atemberaubenden Live-Debüt beim Prophecy Fest 2015, mussten wir lange und geduldig auf das erste reguläre Album warten. Statt an einem grauen Novembertag wurde Realms nun mitten im Hochsommer veröffentlicht und knüpft nahtlos an der EP an.

Ein kurzes, sich sanft aufbauendes Intro beschwört genau jene mystische Atmosphäre, wie man sie zum Beispiel an Samhein erwarten würde, wenn sich die Welten berühren, und ebnet den Weg für das schaurig schöne Hollow Veil. Dieses beginnt zunächst mit nur wenigen aber drängenden Gitarrenakkorden und Jayn H. Wissenberg’s wunderbare, leicht verhallte Stimme, bevor Drums und verzerrte Gitarren recht ruppig dem fast schon ätherischen Gesang Kontra bieten. Moths startet anschließend verhalten akustisch und nimmt erst in der zweiten Hälfte des Songs wieder an Härte und Dramatik zu. Ein Didgeridoo lässt gleichzeitig Moths ausklingen und leitet Wars ein, welches, ganz seinem Titel entsprechend, von Marschtrommeln voran getrieben wird. The Dawn Brings A Saviour ist wiederum ein ganz ruhiger, akustischer Song, mit düster dräuenden Soundcollagen im Hintergrund. Ein Cello setzt einmal mehr Akzente im Zwischenspiel Buried Pt. I, während Buried Pt. II gewisse Candlemass Momente entwickelt, so dass man beinahe erwartet, Messiah Marcolin singen zu hören. Darüber hinaus entwickelt dieser Song solch eine Faszination, dass man mucksmäuschenstill am Lauschen ist. Das folgende Foregone ist der einzige Track der EP, der auch seinen Weg auf das Album gefunden hat. Realms schliesst akustisch mit dem folkigen Lament, welches mich in gewisser Weise an Jordan Reynes How The Dead Live erinnert.

Instrumentierung, Struktur und Aufbau haben sich auf Realms nicht wesentlich geändert und machen die Spannungsbögen und die Dramatik in den Songs meist vorhersehbar. Und obwohl die Tracks, insbesondere für das Doom-Genre, schon recht variabel sind, verliert sich dieser Abwechslungsreichtum doch über die gesamte Spiellänge des Albums und lässt eine gewisse Gleichförmigkeit aufkommen. Das schmälert zwar keineswegs das Hörvergnügen, macht Realms aber auch nicht zu einem musikalischen Meilenstein, oder Album des Jahres. 
Was bleibt, ist einmal mehr schaurig schönes, mystisches Album, das perfekt die Atmosphäre des Herbstes reflektiert und zu einem Spaziergang zwischen nebelverhangenen Bäumen in einem Moor passt.