DARK AT DAWN - First Beams Of Light
Label: Iron Glory / Massacre
Release: 25.11.2002
Von: Psycho
Punkte: 7,5
 
Rediscovered Tracks lautet der Untertitel dieser neuen Veröffentlichung aus dem Hause DARK AT DAWN, was ja schon darauf hin deutet, dass es sich nicht um ein reguläres Album handelt. Statt dessen befinden sich auf dieser CD ausschließlich Stücke des ersten Demos As Daylights Fades..., die aufgepeppt und mit amtlichem Sound neu aufgenommen wurden. Lediglich Deliver Us From Evil ist ein unveröffentlichtes, allerdings auch kein neues Stück, sondern ein Cover des alten Warlord-Klassikers. (Exodus hätte auch stilistisch nicht so recht gepasst...)

Da ich die alten Versionen nicht kenne, wäre First Beams Of Light ohne diese Infos bei mir als komplett neue Veröffentlichung durchgegangen. Was jetzt auf der einen Seite bedeuten könnte, dass sich DARK AT DAWN seit jenen Zeiten nicht weiterentwickelt haben. Oder auf der anderen Seite, dass den alten Stücken eine ordentliche Frischzellenkur verpasst wurde. Ich tippe mal eher auf die letzte Variante, denn nach noch unausgegorenen Proberaumveröffentlichungen klingt keiner der Probanden. Die typischen Trademarks der Band sind allerdings auch hier unverkennbar: kraftvoller, mit epischen Momenten versehener Power Metal alter Schule, der druckvoll zelebriert wird, jedoch erst durch die ungewöhnliche Stimme von Sänger Thorsten Kohlrausch wirklich aufhorchen lässt. Mit seiner rauhen und tiefen Stimmlage (kein wüstes Gegrunze!) steht er weltweit doch recht alleine da, und als einzig annähernder Vergleich will mir in der Tat nur J.D. Kimball einfallen, der seinerzeit die ersten drei (?) Omen-Langrillen veredelte.

Und obwohl ich meine Power Metal-Phase schon verdammt lang hinter mir habe, gefällt mir diese CD gar nicht so schlecht. Denn in Zeiten unsäglicher (und unorigineller) Revivals, Reunions und Plagiate (gerade im Heavy/Power Metal-Bereich) beschränken sich DARK AT DAWN erfreulicherweise darauf, ihr Ding möglichst klischeefrei zu halten und konzentrieren sich somit ausschließlich auf die Musik. Sehr gut, danke schön!
Es hat sich folglich also gelohnt, einige alte Stücke wieder ans Tageslicht zu zerren. Wie z.B. Perish For Beauty, wo Abwechslung im Spannungsfeld von tonnenschweren Riffs, klassischem US-Metal und einem akustischen Mittelteil groß geschrieben wird. Oder bei meinem Favoriten The Awakening, der einfach schön heavy, ja teilweise fast schon doomig ausgefallen ist. Ebenfalls gelungen: Black Dream mit dem guten Refrain und später schon fast nach Iron Maiden klingendem Riffing. Auch die restlichen Stücke bieten dem Hörer soliden, gut gemachten Durchschnitt. So wird den Jungs zwar nie ein Album des Monats gelingen, aber zumindest kommt alles authentisch, echt und ehrlich rüber. Was heutzutage leider viel zu selten der Fall ist...

Dark At Dawn