Schon
erstaunlich, wie weit die Meinungen zu einer Platte manchmal
auseinander gehen. Während im Januar-Soundcheck des RockHard
der neue Dreher November Red von DANTE mit einer Durchschnittsnote
von 6,4 nicht so gut wegkommt, belegt sie im gleichen Monat
bei PowerMetal.de mit 7,87 die vorderen Plätze. Klar ist
das nicht 1:1 vergleichbar, das zeigen auch andere Beispiele
(tendenziell gibt PowerMetal.de etwas höhere Bewertungen
und ist Prog-affiner). Im Vorfeld meiner Rezension verwunderte
es dennoch und steigerte meine Neugier zusätzlich.
Zugegebenermaßen
dauerte es eine Weile, bis ich mit November Red
warm wurde. Beim ersten Durchhören war ich nicht angetan.
Das änderte sich glücklicherweise mit jedem weiteren
Rundlauf und so sollte es ja auch sein bei gutem Prog. Ich
glaube, ich musste mich erstmal mit dem Gesang anfreunden,
der lobenswert eigenständig und facettenreich ist, mir
aber mit seiner rauen Art erst nicht so recht zum Rest passen
wollte. Beim Track The Day That Bled erinnert Sänger
Alexander Göhs phasenweise gar an Zak Stevens (CircleIICircle,
Ex-Savatage). Lässt man sich auf die Mischung ein, kann
man dem Werk der Augsburger viel abgewinnen. Das gilt vor
allem für die drei über 10-Minüter, von denen
der Opener Birds Of Passage (Caught In A Dream) und
besonders das abschließende November Red (In Praise
Of Dreams) sogleich zu den Highlights der Platte gehören.
Mit Beautifully Broken gibt es eine gefühlvolle
(nicht kitschige!) Ballade und das flotte Shores Of Time
gefällt mit seiner Power und dem zunächst ruhigen
und danach wieder Fahrt aufnehmenden Mittelteil.
Rein technisch
bringen DANTE alles mit, was zu virtuos gezocktem (Power)Prog
gehört (inkl. feiner Gitarren/Keyboard-Duelle, ohnehin
guten Keyboard-Ideen und klarem differenziertem Sound). Kompositorisch
ist das Potential jedoch noch nicht voll ausgeschöpft,
denn über die volle Albumdistanz vermag November
Red nicht 100 Prozent zu fesseln. Sollten zukünftig
Songs wie die zwar netten, aber halt nicht zwingenden The
Lone And Level Sands und Allan durch stärkere
Songs Konkurrenz bekommen, steht dem nächsten Schritt
nach oben nichts im Wege. Es ist den Jungs auf jeden Fall
zu wünschen, dass sie das schaffen und als Band aktiv
bleiben, insbesondere vor dem Hintergrund des tragischen Tods
von Gitarrist, Bassist und Gründungsmitglied Markus Berger
zu Anfang des Jahres. Vorgenommen haben sie es sich jedenfalls,
das Werk im Sinne des verstorbenen Kollegen und Freunds fortzuführen.
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