DANTE – November Red

 
Label: Massacre Records
Release: 25.01.2013
Von: Terry
Punkte: 8/10
Time: 59:51
Stil: Progressive Metal
URL: Dante
 
Schon erstaunlich, wie weit die Meinungen zu einer Platte manchmal auseinander gehen. Während im Januar-Soundcheck des RockHard der neue Dreher November Red von DANTE mit einer Durchschnittsnote von 6,4 nicht so gut wegkommt, belegt sie im gleichen Monat bei PowerMetal.de mit 7,87 die vorderen Plätze. Klar ist das nicht 1:1 vergleichbar, das zeigen auch andere Beispiele (tendenziell gibt PowerMetal.de etwas höhere Bewertungen und ist Prog-affiner). Im Vorfeld meiner Rezension verwunderte es dennoch und steigerte meine Neugier zusätzlich.

Zugegebenermaßen dauerte es eine Weile, bis ich mit November Red warm wurde. Beim ersten Durchhören war ich nicht angetan. Das änderte sich glücklicherweise mit jedem weiteren Rundlauf und so sollte es ja auch sein bei gutem Prog. Ich glaube, ich musste mich erstmal mit dem Gesang anfreunden, der lobenswert eigenständig und facettenreich ist, mir aber mit seiner rauen Art erst nicht so recht zum Rest passen wollte. Beim Track The Day That Bled erinnert Sänger Alexander Göhs phasenweise gar an Zak Stevens (CircleIICircle, Ex-Savatage). Lässt man sich auf die Mischung ein, kann man dem Werk der Augsburger viel abgewinnen. Das gilt vor allem für die drei über 10-Minüter, von denen der Opener Birds Of Passage (Caught In A Dream) und besonders das abschließende November Red (In Praise Of Dreams) sogleich zu den Highlights der Platte gehören. Mit Beautifully Broken gibt es eine gefühlvolle (nicht kitschige!) Ballade und das flotte Shores Of Time gefällt mit seiner Power und dem zunächst ruhigen und danach wieder Fahrt aufnehmenden Mittelteil.

Rein technisch bringen DANTE alles mit, was zu virtuos gezocktem (Power)Prog gehört (inkl. feiner Gitarren/Keyboard-Duelle, ohnehin guten Keyboard-Ideen und klarem differenziertem Sound). Kompositorisch ist das Potential jedoch noch nicht voll ausgeschöpft, denn über die volle Albumdistanz vermag November Red nicht 100 Prozent zu fesseln. Sollten zukünftig Songs wie die zwar netten, aber halt nicht zwingenden The Lone And Level Sands und Allan durch stärkere Songs Konkurrenz bekommen, steht dem nächsten Schritt nach oben nichts im Wege. Es ist den Jungs auf jeden Fall zu wünschen, dass sie das schaffen und als Band aktiv bleiben, insbesondere vor dem Hintergrund des tragischen Tods von Gitarrist, Bassist und Gründungsmitglied Markus Berger zu Anfang des Jahres. Vorgenommen haben sie es sich jedenfalls, das Werk im Sinne des verstorbenen Kollegen und Freunds fortzuführen.