DAGORLAD - The End Of The Dark Ages

Label: LSP Company

Release: 25.03.2002

Von: Calani

Punkte: 7,5

Es ist doch erstaunlich, wie viele interessante Bands sich doch so in Belgien tummeln, hat man dieses Land bisher in metallischer Hinsicht kaum wahrgenommen. Zu diesen Bands würde ich ohne Zweifel DAGORLAD zählen.
Tatsächlich handelt es sich hierbei um ein Duo, bestehend aus den Brüsselern Count Zaroff ( Phillipe Gandiblue ) der eigentlich die komplette Musik schreibt und auch programmiert und AOD ( Frederic Mercier ) als Sänger und Texter (kann nicht mal jemand diese dusseligen Pseudonyme abschaffen?). Desweiteren gibt sich noch Tinuviel als Gastsängerin die Ehre.

The End Of The Dark Ages ist das Debüt Album für die LSP Company, aber eigentlich schon die zweite Langrille. Musikalisch kategorisiert man sich selbst mit Dark Atmospheric Medieval Metal. Dem kann ich so uneingeschränkt zustimmen. Dennoch gibt es auch starke Bezüge zum melodischen Black Metal. An vielen Stellen meine ich auch deutliche Einflüsse von Dargaard und Weltenbrand heraus zu hören. The End Of The Dark Ages ist ein Konzeptalbum, welches die Geschichte des Kriegers Mallek erzählt, der von der Gottheit Alean auserwählt wurde, den bösen Kaiser Zul'Dar zu stürzen und zu vernichten.
Los geht's mit einem Intro, welches allerdings ziemlich inspirationslos ausklingt und nicht wirklich einen Übergang zum eigentlichen Album herstellen kann. Eines der Highlights auf diesem Album ist The Revelation To Mallek, dies ist auch der erste Song, bei dem erstmals Gastsängerin Tinuviel zu hören ist. Sie beschränkt sich allerdings lediglich auf "spoken words". Ebenfalls hervorzuheben wären Songs wie The Bulls Of Itaros und Neflit, Demon From The Death. Leider kränkelt das Album an diversen musikalischen Unzulänglichkeiten. Es macht sich doch negativ bemerkbar, das für das gesamte instrumentale Ensemble nur eine einzige Person verantwortlich ist. Jeder Musiker entwickelt im Laufe der Zeit seinen eigenen Stil, der sich immer wiederfindet, egal, welches Instrument er spielt. Und genau das passiert hier auch! Obwohl die Songs strukturell sehr abwechslungsreich sind, klingen sie doch sehr eindimensional, weil sich ein und derselbe musikalische Stil in jedem Instrument wiederholen, denn Count Zaroff hat sowohl die Gitarre, den Bass und auch alle Keyboardsequenzen inkl. Drumparts selbst eingespielt. Deutlich wird dies unter anderem auch bei den mittelalterlichen Instrumenten, deren Einsätze immer wieder gleich oder sehr ähnlich klingen. Manche Keyboard Lines sind nebenbei auch etwas zu aufdringlich. Der Bass geht generell unter, dafür sind die Drums hervorragend programmiert. Und meiner persönlichen Meinung nach, klingt der Sound mit nur einer Gitarre nie druckvoll genug. Zum Abschluß im Epilog gibt sich Tinuviel noch einmal die Ehre, wiederum ausschließlich mit "spoken words".

Fazit: DAGORLAD haben eigentlich mit The End Of The Dark Ages ein bemerkenswertes Album abgeliefert, deren Aussagekraft jedoch durch obenbeschriebene Mängel deutlich geschmälert wird. Nichtsdestotrotz sollte man DAGORLAD ruhig im Auge behalten. Denn einmal erkannte Mängel kann man ja beim nächsten Mal wettmachen ...

Dagorlad