Auf
ihrem vierten Album Poseidon segeln DAGOBA
diesmal gewissermaßen zwischen den Meeren, rudern dabei
auch ein Stück zurück und besinnen sich auf die Stärken
ihres Meisterwerkes What Hell Is About, behalten
aber auch leichzeitig die elektronischen wie orchestralen Einflüsse
des Vorgängers Face The Colossus bei. Eine
Mischung, die ich sehr gerne mag, schon weil sie eine Zeit reflektiert,
in der Fear Factory mal eine erfrischend innovative Band war.
Nur klingt hier alles viel frischer, aggressiver, mit mehr Esprit
und Power. Außerdem haben französische Bands fast
immer das gewisse Etwas an sich bzw. in ihrer Musik, dem man
sich schwerlich entziehen kann.
Dementsprechend gibt es auch auf Poseidon wieder
eine ganze Reihe sympathischer Industrial-gefärbter Abrissbirnen
wie z.B. Dead Lion Reef, The Devil’s Triangle oder
I Sea Red. Ich mag aber auch das Instrumental The
Horn Cape und Besinnlicheres wie z.B. den Track Shen
Lung.
Im Vergleich zum Vorgänger haben DAGOBA das Tempo
wieder vernehmlich angezogen, bewahren sich aber die einen oder
anderen Grooveparts zur Auflockerung. Das marine Konzept an
Bord eines Piratenschiffs zieht sich fein wie ein roter Faden
durch alle Aspekte des Albums und ergibt, dank sich wiederholender
aber sehr subtiler Details, ein homogenes Gesamtbild. Und die
Produktion ist einfach ne Wucht. Wenn es irgendwas zu nörgeln
gäbe, dann vielleicht doch die musikalische Nähe insbesondere
zu Fear Factory. Ich würde DAGOBA jetzt nicht mangelnde
Kreativität vorwerfen wollen, neu oder gar innovative ist
dieser Stil jedoch schon lange nicht mehr.