Die Atmosphäre
wird durch die Hinzunahme von dreckigen Rock’n’Roll-Elementen
merklich belebt, manchmal bin ich sogar nahe dran, das Tanzbein
zu schwingen. Heftiges Mitwippen ist allemal an der Tagesordnung
- ja, die Musik hat Pfiff!
Zwar werden nicht alle Fragmente nahtlos miteinander verknüpft,
sodass die eine oder andere holprige Passage der Homogenität
im Wege steht, doch der Wille um Eigenständigkeit wischt
dieses Manko wieder locker vom Tisch. Außerdem scheut
sich die Band auch nicht davor, ruhige Zwischenspiele einzustreuen
und schafft so einen Gegenpol zu wohldosierter Aggression.
Die Band verfällt nur selten in einen Hochgeschwindigkeitsrausch
und fühlt sich im teils swingenden Midtempo sichtlich
wohl. Das kompositorisch spannendste Stück stellt für
mich The Pagan Sun dar, welches mit seiner epischen
Herangehensweise den verschiedensten Elementen Platz zur Entfaltung
lässt. Besonders die liebevoll ausgetüftelten Vokalarrangements
und die Tempovariationen lassen dieses Stück heraus stechen.
Eine hymnische Stimmung macht sich breit und packt den Hörer,
ebenso wie das gnadenlos rollende Days Of Tyrants.
Mit dem balladesken, in Deutsch vorgetragenen Stück Nachterwachen
wagen sich die Musiker auf ungewohntes und deshalb auffälliges
Terrain. AZAHEL'S FORTRESS erzeugen – teils im
Walzertakt - eine heimelige Atmosphäre, welche sich jener
von Dornenreich annähert, was vor allem am Flüstergesang
liegen dürfte.
Es wird zwar nicht
alles zu Gold, was AZAHEL’S FORTRESS anpacken,
doch das eigensinnige Streben nach spannenden Arrangements
weiß bestens zu gefallen. Die eine oder andere unebene
Stelle gehört noch ausgebügelt, doch die Jungs sind
auf dem richtigen Weg und besitzen Wiedererkennungswert!