Zum Glück
bietet sich dann auf der CD aber ein ganz anderes Bild: AVOID-A-VOID
präsentieren sich da nämlich als musikalisch durchaus
versiertes Duo, welches sich dem gepflegten und recht abwechslungsreichen
Synthie Pop verschrieben hat. Nach der Future Pop-Welle in
den letzten Jahren kann man sich damit ja auch ganz schnell
in die Belanglosigkeit bugsieren, aber diese Klippe wird auf
Abyss Desires in den meisten Fällen elegant
und gekonnt umschifft.
Die Melodien passen jedenfalls in der Mehrzahl der Songs,
der Gesang ist überwiegend zweckdienlich integriert und
nicht zu einschmeichelnd geraten, und musikalisch spannt man
einen weiten Bogen über den Wave-Pop der 80er bis hin
zu den neuesten Entwicklungen im "softeren" Electro-Geschehen.
Noch mehr Retro
als Tom Is An Alien From Outer Space geht wohl kaum,
Many Souls erinnert angenehm an bessere New Order-Zeiten,
Bury Your Pain ruft vehement längst verschollen
geglaubte Boytronic-Reminiszenzen hervor, während Tracks
wie Abyss Redropped, Reliance oder das schnellste
Stück If We Were Gone deutlich moderner angelegt
sind. Mich persönlich nervt ein wenig der doch relativ
häufige Einsatz des Vocoders, aber das ist natürlich
Geschmackssache. Trotzdem kein Wunder, dass mir deswegen High
Off The Ground so gar nicht gefallen will.
Überhaupt
muss man sagen, dass die Luft gegen Ende hin etwas dünner
wird für AVOID-A-VOID, aber das Problem besteht
bei den Veröffentlichungen anderer Künstler natürlich
auch. Die Electro-Platte des Jahres, wie in einigen anderen
Reviews gelesen, kann ich hier allerdings nicht ausmachen,
aber mehr als nur solide ist das Gebotene schon. 7,5 Punkte
mit der Tendenz nach oben halte ich daher für Abyss
Desires durchaus für angemessen.