AVA INFERI – Onyx

 
Label: Season Of Mist
Release: 18.02.2011
Von: Dajana
Punkte: 7/10
Time: 50:21
Stil: Dark Metal
URL: Ava Inferi
 
Da es rund um AVA INFERI einen gewissen Hype gibt, was wohl in der Hauptsache daran liegen mag, dass sich hier der ehemalige Mayhem Gitarrist Rune 'Blasphemer' Eriksen ganz „artfremd“ austobt, packte mich dann doch die Neugier und so beschäftigte ich mich eingehender mit Onyx, dem bereits vierten Album in der knapp 6-jährigen Historie der Band.
Im Vordergrund steht die Portugiesische Sängerin Carmen Susana Simões, die dankenswerterweise nicht im diskanten Bereich singt und generell eine sehr schöne Stimme hat, auch wenn es das eine oder andere Mal dann doch ein paar schräge Töne gibt, wie z.B. bei The Living End.
Musikalisch hat man sich auf eine düster-melancholische und sehr atmosphärische Dark/Gothic Metal Mischung festgelegt. Alte The Sins Of Thy Beloved, das erste Nighwish Album und auch Therion kommen mir an der einen oder anderen Stelle in den Sinn. Allerdings wird die sonst übliche skandinavische Härte durch mediterrane Sinnlichkeit und Mystik ersetzt.
Gerade zu Beginn von Onyx (Onyx, The Living End, A Portal) gibt es verdammt schöne wie packende Melodieläufe, tolle Basslinien und aus kompositorischer Sicht interessante Tricks und Wendungen in den Songs. Darüber schwebt der wunderbare, meist geschichtete Gesang von Carmen. Letztendlich fehlt es mir dann aber doch an der nötigen Härte und Durchschlagskraft bzw. einen weiterreichenden experimentellen oder avantgardistischen Einfluss, um das Album deutlich aus der Masse herausragen zu lassen. Zudem wird Onyx nach Majesty furchtbar langatmig, gelingt es AVA INFERI zum Ende hin nicht mehr Spannungsbögen aufzubauen und die Aufmerksamkeit des Hörers an das Album zu binden.
Onyx ist nun keineswegs ein schlechtes Album, aber vielmehr beeindruckt das Potential, die Möglichkeiten, die sich hier noch eröffnen könnten. Rune Eriksen hat noch lange nicht seine Möglichkeiten ausgeschöpft.