AUTUMNAL
REAPER verstehen es hervorragend, eine dunkle und unheimliche
Stimmung zu erzeugen, dass es dem Hörer eiskalt den Rücken
hinunter läuft. Morbid Angel oder Vital Remains seien hier
nur als Anhaltspunkte genannt. Das liegt sicherlich an der morbiden
Stimme von Sänger Royy Vermeulen, der seine Texte wie in
einer schwarzen Messe zelebriert und predigt.
Hinzu kommt, dass die Band die Geschwindigkeit gut variiert
und nicht nur stur auf bloßes Geholze setzt. Zur düsteren
Atmosphäre passt es wie die Faust aufs Auge, dass ein gewisser
Mike Browning seine Spuren auf Rise Of The Raging Death
hinterlässt. Der von Nocturnus oder Morbid Angel
bekannte Keyboarder steuert einige Tastentöne bei und wertet
so etwa das wütende Chambers Of Infinite Madness
weiter auf. Mir gefallen die flüssigen Taktwechsel ebenso
wie die nach vorne treibenden Doublebass-Einlagen, die effektiv
eingestreut werden und nicht durchgehend vorherrschen.
Zwischendurch klingen AUTUMNAL REAPER zwar ein bisschen
unspektakulär - wie beispielsweise beim kurzen Brecher
Realms Of Gold, Inhabitants Of Greed - doch sie gehen
hernach wieder differenzierter zu Werke und geben sich während
des Stückes Guilty Of Divinity epischer und mächtiger.
Beim Titelstück Rise Of The Raging Death bauen AUTUMNAL
REAPER nach ein paar Minuten Prügelei einen herrlich
schleppenden Teil ein, was der Abwechslung sehr zugute kommt
und selige Erinnerungen an Where The Slime Live (Morbid Angel)
hervorruft.
Doppelläufige Gitarren zieren das schnelle Ex Mortis,
bevor es in machtvollem Stil mit The Bodiless zuerst
recht zähflüssig, dann ständig steigernd dem
Ende einer stimmungsvollen Scheibe entgegen geht.