AUSPEX – Resolutio

 
Label: Thundering Records
Release: 25.01.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 54:47
Stil: Symphonic Progressive Metal
URL: Auspex
 
Bereits 2001 gegründet, legen AUSPEX nach der MCD Mysteries Of The Stars mit Resolutio ihr Debüt vor. So verwundert es nicht, dass das Album ausgereift und wohl produziert klingt. AUSPEX sind im Tal der klassisch-symphonischen Metalgötter heimisch; dort wo sich Nightwish, Rhapsody, Within Temptation, Kamelot und Lacuna Coil eine gute Nacht wünschen. Resolutio ist nicht ganz so bombastisch wie die Werke Rhapsodys, und auch ins Opernfach á la Nightwish (der früheren mit Jodelqueen Tarja) driftet die Band glücklicherweise nicht komplett ab. Hier wird mit recht hohem Tempo jubiliert und voran geprescht, als gälte es einen Sturm zu entfachen, der ganze Landstriche kahl schlägt. Elodie macht als Sängerin eine gute Figur, ihre Mitmusiker stehen ihr in Nichts nach und hauen mächtig auf die jeweilige Pauke. Kleine Töne kennt die Band nicht, hier geht’s jede Sekunde in die Vollen. Hat das metallische Förderband Pause, gibt’s deftige Ausflüge ins progressiv angehauchte Musicalfach; A King’s Crown For A Wealthy Weak ist nichts anderes, als vier Hallelujas für Arjen Lucassen. Die Melodien sind raum-, aber nicht konsequent herzergreifend, doch laden sie Kopf und Füße hochgradig zum Mitwippen ein. Das ist smackelig angerichtet, vielleicht ein wenig zu fettig, wie Kibbeling, der zu lange in der Friteuse brutzelte. Und wenn mit Rise zum Abschluss eine Rick-Wakeman-hat-doch-Eier-in-der-Hose Ode ertönt, bleibt endgültig kein Auge mehr trocken. Das ist Kitsch erster Güte und schallt und wallt, als gäbe es kein Morgen mehr; zumindest auf der Bühne im zum Abriss frei gegebenen Theater an der Bahnhofsstraße. Fehlen nur noch Michael Jackson und Vincent Price für den totalen Ohrgasmus. Das kann man nur lieben oder hassen. Im Moment liebe ich es.
Eigentlich kann man es gar nicht hassen – solch freimütige Unbedarftheit muss einfach lobgepreist werden!