Bereits
2001 gegründet, legen AUSPEX nach der MCD Mysteries
Of The Stars mit Resolutio ihr Debüt
vor. So verwundert es nicht, dass das Album ausgereift und wohl
produziert klingt. AUSPEX sind im Tal der klassisch-symphonischen
Metalgötter heimisch; dort wo sich Nightwish, Rhapsody,
Within Temptation, Kamelot und Lacuna Coil eine gute Nacht wünschen.
Resolutio ist nicht ganz so bombastisch wie die
Werke Rhapsodys, und auch ins Opernfach á la Nightwish
(der früheren mit Jodelqueen Tarja) driftet die Band glücklicherweise
nicht komplett ab. Hier wird mit recht hohem Tempo jubiliert
und voran geprescht, als gälte es einen Sturm zu entfachen,
der ganze Landstriche kahl schlägt. Elodie macht als Sängerin
eine gute Figur, ihre Mitmusiker stehen ihr in Nichts nach und
hauen mächtig auf die jeweilige Pauke. Kleine Töne
kennt die Band nicht, hier geht’s jede Sekunde in die
Vollen. Hat das metallische Förderband Pause, gibt’s
deftige Ausflüge ins progressiv angehauchte Musicalfach;
A King’s Crown For A Wealthy Weak ist nichts anderes,
als vier Hallelujas für Arjen Lucassen. Die Melodien sind
raum-, aber nicht konsequent herzergreifend, doch laden sie
Kopf und Füße hochgradig zum Mitwippen ein. Das ist
smackelig angerichtet, vielleicht ein wenig zu fettig, wie Kibbeling,
der zu lange in der Friteuse brutzelte. Und wenn mit Rise
zum Abschluss eine Rick-Wakeman-hat-doch-Eier-in-der-Hose Ode
ertönt, bleibt endgültig kein Auge mehr trocken. Das
ist Kitsch erster Güte und schallt und wallt, als gäbe
es kein Morgen mehr; zumindest auf der Bühne im zum Abriss
frei gegebenen Theater an der Bahnhofsstraße. Fehlen nur
noch Michael Jackson und Vincent Price für den totalen
Ohrgasmus. Das kann man nur lieben oder hassen. Im Moment liebe
ich es.
Eigentlich kann man es gar nicht hassen – solch freimütige
Unbedarftheit muss einfach lobgepreist werden!