AURVANDIL – Ferd EP

 
Label: Eisenwald Tonschmiede
Release: 07.01.2011
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 42:14
Stil: Black Metal
URL: Aurvandil
 
Der epische, rein instrumentale Einstieg Peregrination I gelingt: ein schönes, sich allerdings kaum veränderndes Gitarrenmotiv lässt die ersten sechs Minuten wie im Flug vergehen, bevor klirrend kalter und pfeilschneller Black Metal das Zepter an sich reißt. Over The Seven Mountains fährt glücklicherweise die Geschwindigkeit im Mittelteil zurück, verwendet als Farbtupfer unaufdringliche Keyboardmuster und verpasst dem Stück durch den flehenden Gesang eine hoffnungslose aber ebenso erhabene Stimmung. Ein Riff steht schon mal für längere Zeit recht stoisch alleine im Raum, oftmals bestimmen aber eiskalte Gitarren die Szenerie. Der tuckernde Drumcomputer fällt ein bisschen negativ ins Gewicht und trübt das stimmungsvolle Gesamtbild.
Im Allgemeinen variiert die Geschwindigkeit teils über Minuten nur wenig, doch dieses Manko bügelt bei genanntem Song die gelungene Keyboard/Gitarren-Mischung wieder aus. Auch die stimmungsfördernde Verwendung eines Cellos lässt aufhorchen, setzt sie doch etwa zu Beginn von Through Hordanes Land kurzzeitig Akzente. Wiederum verfehlen im Hintergrund sphärische Klänge ihre Wirkung nicht, da sich diese mit dem rasenden Grundtempo perfekt verbinden. Gegen Ende hin werden immer mehr Klangschichten übereinander gelegt, sodass ein dichter und voluminöser Klangteppich entsteht, wobei am Ende wieder das Cello für wohliges Empfinden sorgt.
Beim anschließenden Still He Walks zeigt sich aber in den puristischen Abschnitten die Schwachstelle von Ferd: die Musik treibt monoton vor sich hin, bevor die hymnischen Gitarren das Stück aus dem Mittelmaß reißen. AURVANDIL spielen ihre Stärken also bei den erhabenen, nicht ganz so temporeichen Sequenzen aus. In diesem Fall kann ich wegen der gelungenen dynamischen Steigerung nur den Hut ziehen. Auch der beschwingte Abschluss Peregrination II überzeugt mit fein ausgearbeiteten Melodiebögen.

Auf Ferd finden sich zwar ein paar langatmige und zu gleichförmige Sequenzen, doch das Album überzeugt in seiner Gesamtheit schlussendlich durch hintergründige Melodik, erhabene Leads und vielschichtige Dynamik.