AURORA – Dead Electric Nightmares
Label: Lucretia Records
Release: Mai 2002
Von: Loki
Punkte: 10
 

Samstag morgen, ein Samstag wie jeder andere oder vielleicht doch nicht. Ich habe keine Ahnung, denn normalerweise bin ich noch nicht früh um 8 Uhr munter, niedlich geweckt von einer kreischenden Säge die mir durch Mark und Bein fährt. Was soll’s wenn man schon einmal wach ist, kann man auch gleich etwas über den Neuzugang in der CD Sammlung schreiben.
AURORA aus Dänemark war das Objekt meiner Begierde. Also die Dead Electric Nightmares (so der Name der CD) in den Player und juchhu los geht’s.
Nun bin ich ja ein Mensch, den die ersten drei Takte einer neuen CD überzeugen müssen (das liegt wohl an meiner überheblichen Arroganz, wie ich mir letztens wieder einmal anhören musste). Und bei dieser CD sollte wieder einmal nicht enttäuscht werden. Lieblicher Gitarrensound a la In Flames usw. dröhnte mir entgegen. Black Heavy Cat, der erste Song auf dem Album überzeugte mich gleich auf Anhieb. So ungefähr in der Mitte des Songs vernahmen meine gut eingespielten Ohren plötzlich eine mir sehr vertraute Melodie. Ich wusste, ich kenne sie irgend woher, kam aber leider nicht darauf. Doch gedankt sei es dem Gott der Musik, ein Freund konnte mir da weiterhelfen. Der meinte, das es doch wie Amorphis klingen würde. Zwar kannte er das Melodiestück nicht, das ich meinte, aber er hatte vollkommen recht. Wie Schuppen fiel es mir nun von den Augen! Klar! Amorphis und zwar von der Black Winter Day und zwar das Stück wo es geht HmmmHmmmHmmm ... na Ihr wisst schon. Als das nun endlich geklärt war, war ich schon ziemlich froh das ich einen weiteren Vergleich finden konnte. Und das war es! Die CD erinnerte mich immer stärker an das Meisterwerk der Finnen! Die Melodien plätscherten nur so aus dem Lautsprecher, unterlegt mit einem typisch geilen Melodic/Death Metal Gekreische und nicht nur das, Sänger Claus Frolund verstand es, seine Sangeskünste gut zu variieren. Morten G. Sorensen hämmert auf dem Schlagzeug rum, das es eine wahre Freude ist, ich kann ständig einen enorm schnellen Doppelfuß wahrnehmen. Niels Kvist rockt am Bass und darf bei Martyr Of Life zeigen, das er auch das Zaubern beherrscht. Thomas Broberg und Anders Vestergaard (der nicht mehr bei der Band ist, aber mit Jens Ecklon Asmussen wurde ein Ersatz gefunden) runden das Bild mit ihren facettenreichen Können, was die Gitarren betrifft, richtig würdig ab.
Ein Hit folgt dem nächsten und Freunde der Swedish Death Metal Schiene werden vor Freude auf und nieder springen. Ein Wehmutstropfen existiert allerdings. Genau in der Mitte der CD schallmeit mir der Song Watching, Falling, Breathing entgegen. Was das soll kann ich nur erraten, ich denke oder hoffe, es soll einfach nur die Mitte sein. Black-metallisch und doomig angehaucht kommt das Lied mir entgegen und langweilt mich schon nach 5 sec. Also der Song passt irgendwie überhaupt nicht und ich finde ihn einfach nur SCHEIßE!!! Sorry, aber das ist meine Meinung. Dafür werde ich mit Two Dice And A Silent Disguise wieder versöhnt. Auffällig ist, das die letzten zwei Stücke Jack und Chains Of God dann eher ins Ruhige gehen und sich auch der Gesang anpasst, das heißt: viele cleane Vocals werden mit einbezogen. Das mindert aber nichts am Hörgenuss, sondern steigert ihn vielmehr noch um so einiges!
1998 erblickte das erste Werk der Band das Licht der Welt. Eos so der Name. Flugs folgten dann 1999 Sadiam, 2000 Devotion und schließlich nun Dead Electric Nightmares.
Ich kann nur noch einmal wiederholen, was für ein starkes Album das ist und wer Amorphis und Konsorten mag, wird auch dieses Album lieben!

Aurora