| Samstag
morgen, ein Samstag wie jeder andere oder vielleicht doch nicht.
Ich habe keine Ahnung, denn normalerweise bin ich noch nicht früh
um 8 Uhr munter, niedlich geweckt von einer kreischenden Säge
die mir durch Mark und Bein fährt. Was soll’s wenn
man schon einmal wach ist, kann man auch gleich etwas über
den Neuzugang in der CD Sammlung schreiben.
AURORA aus Dänemark war das Objekt meiner
Begierde. Also die Dead Electric Nightmares
(so der Name der CD) in den Player und juchhu los geht’s.
Nun bin ich ja ein Mensch, den die ersten drei Takte einer neuen
CD überzeugen müssen (das liegt wohl an meiner überheblichen
Arroganz, wie ich mir letztens wieder einmal anhören musste).
Und bei dieser CD sollte wieder einmal nicht enttäuscht werden.
Lieblicher Gitarrensound a la In Flames usw. dröhnte mir
entgegen. Black Heavy Cat, der erste Song auf dem Album
überzeugte mich gleich auf Anhieb. So ungefähr in der
Mitte des Songs vernahmen meine gut eingespielten Ohren plötzlich
eine mir sehr vertraute Melodie. Ich wusste, ich kenne sie irgend
woher, kam aber leider nicht darauf. Doch gedankt sei es dem Gott
der Musik, ein Freund konnte mir da weiterhelfen. Der meinte,
das es doch wie Amorphis klingen würde. Zwar kannte er das
Melodiestück nicht, das ich meinte, aber er hatte vollkommen
recht. Wie Schuppen fiel es mir nun von den Augen! Klar! Amorphis
und zwar von der Black Winter Day und zwar das Stück wo es
geht HmmmHmmmHmmm ... na Ihr wisst schon. Als das nun endlich
geklärt war, war ich schon ziemlich froh das ich einen weiteren
Vergleich finden konnte. Und das war es! Die CD erinnerte mich
immer stärker an das Meisterwerk der Finnen! Die Melodien
plätscherten nur so aus dem Lautsprecher, unterlegt mit einem
typisch geilen Melodic/Death Metal Gekreische und nicht nur das,
Sänger Claus Frolund verstand es, seine Sangeskünste
gut zu variieren. Morten G. Sorensen hämmert auf dem Schlagzeug
rum, das es eine wahre Freude ist, ich kann ständig einen
enorm schnellen Doppelfuß wahrnehmen. Niels Kvist rockt
am Bass und darf bei Martyr Of Life zeigen, das er auch
das Zaubern beherrscht. Thomas Broberg und Anders Vestergaard
(der nicht mehr bei der Band ist, aber mit Jens Ecklon Asmussen
wurde ein Ersatz gefunden) runden das Bild mit ihren facettenreichen
Können, was die Gitarren betrifft, richtig würdig ab.
Ein Hit folgt dem nächsten und Freunde der Swedish Death
Metal Schiene werden vor Freude auf und nieder springen. Ein Wehmutstropfen
existiert allerdings. Genau in der Mitte der CD schallmeit mir
der Song Watching, Falling, Breathing entgegen. Was das
soll kann ich nur erraten, ich denke oder hoffe, es soll einfach
nur die Mitte sein. Black-metallisch und doomig angehaucht kommt
das Lied mir entgegen und langweilt mich schon nach 5 sec. Also
der Song passt irgendwie überhaupt nicht und ich finde ihn
einfach nur SCHEIßE!!! Sorry, aber das ist meine Meinung.
Dafür werde ich mit Two Dice And A Silent Disguise
wieder versöhnt. Auffällig ist, das die letzten zwei
Stücke Jack und Chains Of God dann eher
ins Ruhige gehen und sich auch der Gesang anpasst, das heißt:
viele cleane Vocals werden mit einbezogen. Das mindert aber nichts
am Hörgenuss, sondern steigert ihn vielmehr noch um so einiges!
1998 erblickte das erste Werk der Band das Licht der Welt. Eos
so der Name. Flugs folgten dann 1999 Sadiam,
2000 Devotion und schließlich
nun Dead Electric Nightmares.
Ich kann nur noch einmal wiederholen, was für ein starkes
Album das ist und wer Amorphis und Konsorten mag, wird auch dieses
Album lieben!
Aurora |