AUDREY HORNE – Youngblood

 
Label: Napalm Records
Release: 04.02.2013
Von: Dajana
Punkte: 9.5/10
Time: 44:09
Stil: Hard Rock
URL: Audrey Horne
 
Nach dem grandios rockenden Le Fol hab ich auf dem letzten, selbstbetitelten Album doch ein wenig den Kick, den „let’s rock-Effekt“ vermißt. Dies holen die Norweger nun auf Youngblood nach, und das von der ersten bis zur letzten Sekunde, mit purem, klassischen, straight-in-your-face Hard Rock. Damit hebt sich Youngblood recht deutlich von seinen Vorgängern ab, ohne jedoch auf die bereits typischen AUDREY HORNE Trademarks zu verzichten.
Für jene, die sich bei AUDREY HORNE auskennen, gibt es mit Redemption Blues zunächst einen gewohnten aber ungemein rasanten Einstieg. Zur Höchstform laufen AUDREY HORNE jedoch bei Straight Into Your Grave und vor allem bei There Goes A Lady auf. Beides krachige old school Hard Rock Nummern mit einem unglaublichen Drive, Groove und Gute-Laune-Gefühl. Da kann man keine Sekunde stillsitzen. Einfach nur großartig! Okay, so ganz ohne norwegische Melancholie geht es dann doch nicht, wie der Titeltrack, Cards With The Devil, The Open Sea und der grandios-epischen Abschluß The King Is Dead beweisen.
Auf Youngblood entzünden AUDREY HORNE ein fantastisches Feuerwerk an Ideen, Riffs, Hooks, flirrende Gitarrenmelodien, Solos, eingängige Refrains, spacig-progressive Soundspielereien (Show And Tell und Cards With The Devil) und stilistischen Einflüssen. Da verneigt man sich huldvoll vor den Helden des 50iger Jahre Rock’n’Roll bis hin zu den Siebzigern mit seinen klassischen Vertretern wie Zeppelin, Purple, Tull und Sabbath. Dazu ein warmer, erdiger Retro-Sound und all dies kombiniert mit einer unglaublichen Spielfreude und einem rasantem Tempo. Youngblood sprüht nur so vor Energie, unbändiger Lebensfreude und wächst dabei noch mit jedem erneuten Hören.
AUDREY HORNE‘s Youngblood ist für mich definitiv das Album des Monats und jetzt schon Anwärter auf die Top 5 2013. Es scheint, die Herren Torkjell Rød, Arve Isdal, Thomas Tofthagen, Espen Lien und Kjetil Greve haben ihre musikalische Bestimmung gefunden.
Abzüge gibt es allerdings für das selten häßliche Cover-Artwork. Keine Ahnung, was sich die Jungs dabei gedacht haben. Die limitierte Erstausgabe der CD kommt im Übrigen mit 3 Bonustracks und einem Poster-Booklet.