ATREYU – The Curse
 
Label: Victory
Release: 05.07.2004
Von: Andi
Punkte: 8
Time: 43:19
Stil: EmoRockCore
URL: Atreyu
 

Jaja, ich weiss, ich mach mich mal wieder unbeliebt, aber es hilft ja alles nix: ATREYU aus Kalifornien werden zwar gerne in die Metalcore-Ecke gesteckt, aber sie klingen trotzdem wie härtere Papa Roach.
Dies liegt zum einen an den melodischen Vocals von Drummer Brandon Saller, der einem Jacoby Shaddix zum Verwechseln ähnlich klingt, zum anderen an den höchst melodischen, einprägsamen Refrains, die sich von den harten, von Alex Varkatzas eingebrüllten Strophen absetzen.
Das war es dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten mit den Megasellern, denn ATREYU verzichten auf The Curse auf massenkompatibles Hüpfgedöns á la Last Resort oder Broken Home.
Bleeding Mascara, der Opener von The Curse täuscht mit seiner Härte - die sonst nur noch beim brachialeren My Sanity On The Funeral Pyre erreicht wird - eigentlich über die wahre musikalische Ausrichtung dieses Albums hinweg. Hier geht es nämlich wesentlich gemäßigter, melodischer und vor allem rockiger zu. Right Side On The Bed könnte - mit einem zwinkernden Auge - glatt als Hommage an hannoveranische Stacheltiere durchgehen.
Erstes Highlight des Silberlings ist das vierminütige The Crimson, ein Ohrwurm oberster Güteklasse, versehen mit einem Refrain, der einen nicht mehr loslässt.
Das folgende The Remembrance Ballad zieht da wunderbar nach, eine langsame, gefühlvolle Rocknummer, die ihren Höhepunkt ebenfalls im bittersüßen Chorus findet.
Bei Demonology And Heartache schauen dann kurz Steve Harris & co vorbei, wahrscheinlich blass vor Neid. Würden Maiden so klingen wie in diesem Lied, würde ich die Band sogar endlich mal gut finden.
Eigentlich komisch, dass die Band in Deutschland noch nicht den Status wie in den US of A haben, denn dort sind ATREYU mittlerweile ziemlich erfolgreich. Vielleicht liegt es am Namen, bei dem man unweigerlich an diesen großen, weissen Teddyhundhasendrachen denken muss, vielleicht ist The Curse trotz aller Eingängigkeit aber einfach nicht radiotauglich genug.