ASH OF ASHES gießen auf Down The White Waters extrem epische Heldensagen in einfühlsame, herzlich inbrünstig intonierte Klangcollagen. Feinfühlige Akustikgitarren spielen in den Erzählungen eine große Rolle und eine gewisse positive Grundstimmung, aber zugleich auch Nachdenklichkeit, wohnt den Stücken inne. Die erdige, pathetische Stimme drückt den Kompositionen einen unverwechselbaren Stempel auf.
Sympathisch, bodenständig und höchst erhaben entwickelt sich schon das erste Stück Down The White Waters zu einem zeitlos schönen, heroisch fließenden Klangstrom, von dem man sich nur allzu gerne mitreißen lässt.
Die beschauliche Fahrt nimmt dann bei Flames On The Horizon ein bisschen mehr Tempo auf, doch rabiate Attacken bleiben aus. Stampfend bahnt sich das Schlachtschiff seinen Weg durch die jetzt rauere See, immer auf Kurs gehalten von den wunderbaren Vocals, die den Hörer tief eintauchen lassen in das akustische Universum, in dem Zeit und Raum keine Rolle zu spielen scheinen.
Mir kommen neben Bathory noch mächtige Vertreter wie Thyrfing oder Falkenbach, manchmal auch Manowar oder die magischen Lumsk in den Sinn, denn ASH OF ASHES verstehen es ebenso meisterhaft, Klänge zu erschaffen, die dich auf der Spitze eines Fjords in die weite Landschaft blicken lassen...eine Portion tanzbarer Folk durchbricht bei Ash Of Ashes das recht kontemplative Szenario und eine harschere Gesangsform fügt eine weitere, dynamische Facette hinzu.
Intuitive Gefühlsausbrüche, zurückhaltendes Schwelgen, mittelschnelle Rhythmen und zarte Ruhepausen verbinden sich zu einem emotionalen Werk, das ohne große Gesten überzeugen kann und im vierteiligen Epos The Lay Of Wayland über eine längere Spielzeit fesselt. Hier nehmen akustische Passagen, weit gezogene Melodiebögen, unauffällige Folk-Einschübe, elegische Gesänge, dunklere Stimmungen mit knurrenden Growlsoder dampfende Gitarrenpower das Steuerruder für sich in Anspruch.
Beim Refrain von Chambers Of Stone lässt die Dramatik von While Heaven Wept grüßen, ehe uns eine Pianoweise zum Ende des Albums geleitet.
ASH OF ASHES ist mit Down The White Waters ein berührendes Album gelungen, das sowohl durch seine Einfachheit als auch seine variable Dynamik den Hörer in Beschlag nimmt und ohne plakative Klischees eifrig Pluspunkte sammelt – so klingt erhabene Musik von passionierten Überzeugungstätern!