ASHES OF MOON – The Darkness Where The Past Lay Sleeping

 
Label: WormHoleDeath Records
Release: 16.03.2015
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 66:31
Stil: Melodic Death/Black Metal
URL: Ashes Of Moon
 

Schon der epische Titel lässt vermuten, dass wir hier mit einem nicht ganz einfachen Werk konfrontiert werden. Ohne großspurigen Bombast und vorerst unprätentiös, sondern mit überzeugender Melodik schleichen sich die detailreichen und ausladenden Kompositionen auf Umwegen ins emotionale Nervenzentrum.
Hervorragend ausgearbeitete Melodielinien prägen die ausgeklügelten Kompositionen, die auch einen Schuss Progressivität mit einfließen lassen. Ein Hauch an rockiger Schmissigkeit treibt Stücke der Marke The Secret nach vorne, doch auch zurückhaltende Sequenzen finden ihren Platz. Der Gesang bietet einen Mix aus Growls und scharzmetallisch angehauchtem Kreischen, die Gitarrenarbeit erinnert mich an eine Mischung aus Klimt 1918 und Agalloch inklusiver harmonischer Akustikgitarrenparts inmitten des wunderbaren Stückes Broken Mirror, das sich gegen Ende dynamisch steigert.
Die Gänsehaut schwillt bei The Dark He Invoked dank dezenter Keyboards, schön arrangierter Gesangsarrangements, herrlich nordischer Melodieführung sowie deutlicher Geschwindigkeitsvariation, sodass der Song über acht Minuten anspruchsvolle Kost in packender Manier zu Gehör bringt. Nachdenkliche und melancholische Untertöne bereichern The Moon’s Curse, die Musiker gönnen sich hier sogar eine leichtfüßige Jam-Session, auch die zweistimmige Gesangsmixtur trägt zu einem schillernden Gesamteindruck ihr Scherflein bei.
Überraschende Einwürfe, wie etwa die gesprochene Passage oder der höchst atmosphärische Zwischenteil während Never Behind zeugen von kompositorischem Geschick und halten die Musik total spannend. Die Verquickung von englischen und deutschen Strophen gelingt beim opulenten letzten Stück Wind in spannender Manier und bildet somit einen würdigen Abschluss eines atmosphärisch dichten und ausufernd-elegischen Albums mit Tiefgang.
Das stimmungsvolle Artwork rundet das Gesamtpaket hervorragend ab und alle Freunde von Opeth, Edge Of Sanity, alten Katatonia oder Agalloch dürften ihre dunkle diabolische Freude mit The Darkness Where The Past Lay Sleeping haben – am besten mit Kopfhörer und einem Glas Rotwein und/oder bei einem herbstlichen Spaziergang!