ASHES OF DESTINY – Desolate Figures

 
Label: Eigenproduktion
Release: 28.07.2007
Von: Joking
Punkte: 1/10
Time: 51:51
Stil: Zermanschter Gothic Death Metal
URL: Ashes Of Destiny
 
Um diesem Album nur halbwegs gerecht werden zu können, muss das Presse-Info ran: „04/2006 war dann ein stetiger Besetzungswechsel. Anfang 2007 kam nichts mehr voran. Alle beschlossen nun, Zieesche muss zurück. Für den ständigen Besetzungswechsel gab es viele Gründe, nun ist Schluss mit lustig. 07/2007 das erste Album 'Desolate Figures’ erscheint“
Dass der Verfasser des Textes auch vor dem Deppen-Apostroph nicht zurückschreckt („Herr’n Edel“) und „Trotz dessen, dass nun doch noch ein Gitarrist fehlte“ muss eigentlich nicht extra betont werden, rundet das Bild aber ab.
„Unsere Musik ist mehr so dem klasischen Dark und Gothik Metal zuzuordnen ahlich wie alte Stücke von Paradiese Lost oder Katatonia“ behauptet die Band im Internet (http://www.bandboard.de/showband.php?bandid=9049) doch glatt (und wörtlich zitiert!!!) von sich selbst, liefert aber nur das klägliche Abbild eines vagen Verdachts, was die Musik der bewunderten Bands wohl ausmachen könnte. Die Growls klingen, als hielte der Alm-Öhi seiner Heidi eine Bergpredigt, der cleane Gesang bleibt blass im Hintergrund stecken. Die Musik ist über die gesamte Laufzeit bestenfalls langweilig, bedient sie doch lediglich abgedroschene Gothic-Metal Klischees und leidet zudem unter der produktions- und spieltechnisch extrem dürftigen Umsetzung. Spätestens bei Shadow Torward My Sky (was immer das heißen mag! Es steht tatsächlich da, soll aber vermutlich „Toward“ heißen. Oder auch „Torwart“ oder „Torwand“.) wird rumgeeiert, als wäre eine komplett besoffene Joy Division Coverband schunkelnd vom Heuschober gefallen. Und wer beim Outro an einen bekifften Richard Clayderman denkt, liegt auch nicht ganz falsch (und Outro ist noch das gelungenste Stück auf der CD!). Das ist von vorn bis hinten bodenlos schlecht; und aus Erfurt zu stammen letztlich auch keine Entschuldigung. Wer 'klasische Paradiese Lost und ahliches’ schätzt, sollte jedenfalls einen ganz, ganz weiten Bogen um’s Album machen. Wer Musik überhaupt liebt, auch.
In einem hat der Pressetext aber vollkommen recht: „nun ist Schluss mit lustig“. Oder wie soll man Songtitel wie A Wolf Ripped A Sheep und das jämmerliche Geächze aus Chantals groovigem Folterkeller (mit Büfett) bei Sadistic Journey interpretieren? Okay, am besten überhaupt nicht.