Um
diesem Album nur halbwegs gerecht werden zu können, muss
das Presse-Info ran: „04/2006 war dann ein stetiger
Besetzungswechsel. Anfang 2007 kam nichts mehr voran. Alle beschlossen
nun, Zieesche muss zurück. Für den ständigen
Besetzungswechsel gab es viele Gründe, nun ist Schluss
mit lustig. 07/2007 das erste Album 'Desolate Figures’
erscheint“
Dass der Verfasser des Textes auch vor dem Deppen-Apostroph
nicht zurückschreckt („Herr’n Edel“)
und „Trotz dessen, dass nun doch noch ein Gitarrist fehlte“
muss eigentlich nicht extra betont werden, rundet das Bild aber
ab.
„Unsere Musik ist mehr so dem klasischen Dark und
Gothik Metal zuzuordnen ahlich wie alte Stücke von Paradiese
Lost oder Katatonia“ behauptet die Band im Internet
(http://www.bandboard.de/showband.php?bandid=9049)
doch glatt (und wörtlich zitiert!!!) von sich selbst, liefert
aber nur das klägliche Abbild eines vagen Verdachts, was
die Musik der bewunderten Bands wohl ausmachen könnte.
Die Growls klingen, als hielte der Alm-Öhi seiner Heidi
eine Bergpredigt, der cleane Gesang bleibt blass im Hintergrund
stecken. Die Musik ist über die gesamte Laufzeit bestenfalls
langweilig, bedient sie doch lediglich abgedroschene Gothic-Metal
Klischees und leidet zudem unter der produktions- und spieltechnisch
extrem dürftigen Umsetzung. Spätestens bei Shadow
Torward My Sky (was immer das heißen mag! Es steht
tatsächlich da, soll aber vermutlich „Toward“
heißen. Oder auch „Torwart“ oder „Torwand“.)
wird rumgeeiert, als wäre eine komplett besoffene Joy Division
Coverband schunkelnd vom Heuschober gefallen. Und wer beim Outro
an einen bekifften Richard Clayderman denkt, liegt auch nicht
ganz falsch (und Outro ist noch das gelungenste Stück
auf der CD!). Das ist von vorn bis hinten bodenlos schlecht;
und aus Erfurt zu stammen letztlich auch keine Entschuldigung.
Wer 'klasische Paradiese Lost und ahliches’ schätzt,
sollte jedenfalls einen ganz, ganz weiten Bogen um’s Album
machen. Wer Musik überhaupt liebt, auch.
In einem hat der Pressetext aber vollkommen recht: „nun
ist Schluss mit lustig“. Oder wie soll man Songtitel wie
A Wolf Ripped A Sheep und das jämmerliche Geächze
aus Chantals groovigem Folterkeller (mit Büfett) bei Sadistic
Journey interpretieren? Okay, am besten überhaupt
nicht.
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