ARTLESS – Reflections

 
Label: Blood Fire Death Productions
Release: 30.11.2007
Von: Joking
Punkte: 6/10
Time: 66:02
Stil: Melodic Death Metal
URL: Artless
 
1996 als Schülerband gegründet ist Reflections, nach mehreren Pausen und Besetzungswechseln, erst die zweite Veröffentlichung der Reichenbacher Band ARTLESS. Schön, und getragen von unverblümter Naivität, nachzulesen auf der Bandhomepage unter „History“. Wenn es danach geht, haben ARTLESS den heiligen Gral des Metals gefunden. Aber wie das so ist mit Anspruch und Wirklichkeit - sie klaffen meist ziemlich weit auseinander. So auch im vorliegenden Fall. Um vorzubeugen: Reflections ist keineswegs ein schlechtes Album. Nur etwas Besonderes ist es nicht. In nicht allzu ausufernden Kompositionen spielen ARTLESS melodischen Death Metal der simplen, aber angenehmeren Art. Es wird halbwegs abwechslungsreich gegrowlt, trotzdem sehnt man sich, je weiter das Album voranschreitet, nach Alternativen. Zwar finden sich immer wieder reizvolle instrumentale Passagen, meist melancholischer Natur, doch insgesamt bleiben die Songs zu beliebig und austauschbar. So macht sich ab dem dritten Stück gepflegte Langeweile breit, die erst durch das recht aggressive – allerdings ziemlich schlichte – Burn The Witches aufgelockert wird. Das folgende Reconstruction ist dann einer der Höhepunkte des Longplayers. Spiel- und produktionstechnisch geht das Album, von kleineren Abstrichen abgesehen, in Ordnung. Musik wie ARTLESS sie spielen, braucht nicht unbedingt high-endigen Klang, da darf es schon mal verwaschen klingen. Ausnahme sind die drei Live aufgenommenen Bonussongs zum Ende, die ziemlich unterirdisch klingen und besser auf eine eigene EP gepasst hätten, da die bemühte Witzigkeit nicht recht zum Rest des Albums passt. Vor allem die leicht alberne „Club-Hymne“ Chronical Mosh fällt ziemlich aus dem Rahmen. Wohingegen das Folgestück Serenade Of The Dying World musikalisch eines der härtesten und überzeugendsten Songs der CD ist. Die abschließende Live-Version von Reconstruction ist nicht übel, aber auch nicht zwingend notwendig. Genauso wie der kleine Sachsenscherz, nach einer runden Viertelstunde Stille, zum Schluss. So bleibt Reflections eine gediegene Angelegenheit, durchaus interessant für chronische Mosher und Anhänger melodischer Death Metal Klänge, wenn gerade nichts anderes anliegt. Aber entbehrlich für den Rest der Welt.