ARDITI – Spirit Of Sacrifice

 
Label: Regain Records
Release: 22.11. 2004
Von: Daniel
Punkte: 7/10
Time: 39:27
Stil: Dark Ambient/Industrial
URL: Arditi
 

Hinter dem mir bislang gänzlich unbekannten Projekt verbirgt sich H. Möller von Puissance, der unter Mitarbeit von M. Björkmann mit Spirit Of Sacrifice neben einer Reihe von Vinyl-Singles und einer Split mit Toroidh die zweite Albumveröffentlichung auf CD vorlegt. ARDITI bezeichnen ihre Musik als „Revolutionary Military Industrial“, was vor allem durch das martialische, im Stil der 20er/30er-Jahre designte Artwork und Songtitel wie beispielsweise Sieg durch Zwecksetzung zum Ausdruck kommt. Aber solche Aufmachungen und Inhalte kennt man ja schon zu genüge von Bands wie Der Blutharsch oder den unzähligen Veröffentlichungen von Nordvargr, dem Tausendsassa des nordischen Industrials.
Doch nun zur Musik. ARDITI erschaffen auf Spirit Of Sacrifice pechschwarze Klanggemälde, die als perfekte Sounduntermalungen für Kriegsdokumentationen oder Ähnlichem dienen könnten und den Hörer in eine Welt aus Tod und Verderben entführen. Allerdings gehen ARDITI nicht etwa mit harschen Trommel- und Noiseattacken wie etwa Karjalan Sissit oder Sophia zu Werke, sondern lullen den Hörer mit fast schon lieblichen Klangflächen (Spirit Of Sacrifice) oder dezenter Snareuntermalung (Religion Of The Blood) ein. Insgesamt wird bei aller Finsterkeit ein dezentes und feines Klangbild (Blood Firmament) entworfen, dass allerdings in punkto Synthie- und Percussioneinsatz monoton und simpel strukturiert ist, wobei die in diesem Genre üblichen militärischen Sprachsamples nicht fehlen dürfen. Ergänzt werden diese bei zwei Liedern durch sanften Sprechgesang, der sich nahtlos in das Gesamtbild einfügt. Nur selten werden wie etwa bei Nicht mehr Schande Ausflüge in den Industrial-Bereich unternommen, wobei ich den verzerrten Grundrhythmus in einer sehr ähnlichen Form schon mal bei Toroidh gehört habe.
Alles in allem ist Spirit Of Sacrifice ein solides Album mit viel Atmosphäre, das vor allem Military-Fans ansprechen dürfte, allerdings wird meiner Meinung nach wenig Innovatives geboten und der Langzeitspaß an dieser Scheibe durch die simplen Arrangements getrübt.