ARÐ – Take Up My Bones
 
Label: Prophecy Productions
Release: 18.02.2022
Von: Dajana
Punkte: 7.5/10
Time: 43:22
Stil: Doom Metal
URL: Arð
 

Direkt die ersten Töne und die kurz darauf einsetzenden klösterlichen Chöre des Openers Burden Foretold vermitteln schiere Erhabenheit. Diese Art von schwer melancholischen und majestätischen Doom Metal, wie man ihn zum Beispiel von frühen Ghost Brigade und Swallow The Sun her kennt, oder, um an englischen Küsten zu bleiben, von My Dying Bride, habe ich schon länger nicht mehr gehört. Zuweilen, so scheint mir, weht auch der Geist von Falkenbach und Bathory durch die Songs.
Take Up My Bones ist das Debüt Album von Mark Deeks, seines Zeichens Keyboarder und Co-Sänger bei Winterfylleth, der unter ARÐ auf Solofüßen wandelt. Für Take Up My Bones hat er illustre Gäste um sich versammelt: Die großartige Cellistin Jo Quail gibt sich ein Stelldichein, ebenso wie Atavits Callum Cox an den Drums oder Dan Capp (Wolcensmen) an Gitarre und Mikro. Gemastert wurde Take Up My Bones von Esoterics Greg Chandler, eine weitere Referenz, wenn es um exzellenten Doom Metal geht.
Inhaltlich taucht Mark Deeks tief in die Geschichte seiner Heimat, dem früheren Northumbria, von der sich auch der Name seines Projektes, ARÐ, ableitet. Und das sogar auf wissenschaftlicher Basis. Im Speziellen geht es hier um die Gebeine des heiligen Cuthbert von Lindisfarne und deren jahrhundertelange Reise bis zur finalen Ruhestätte. Ein Thema, das auch Bestandteilteil seiner Dissertation ist.
Nach dem famosen Opener und dem nachfolgenden Titeltrack, wird Take Up My Bones deutlich ruhiger, mit Boughs Of Trees sogar rein instrumental. Das sorgt leider, neben der immer gleichen Formel beim Songaufbau, für eine gewisse Langatmigkeit. Da hätte ich mir dann doch mehr Dynamik oder mehr Power bei den Gitarren gewünscht.
Der Gesang ist klar, erhebt sich zu Chören oder reduziert sich zu spoken words. Dazu gibt es neben dem Cello hintergründige Streicherarrangements, Synths und Pianoklänge.
Take Up My Bones ist ein wunderbares Debütalbum, sicherlich keines zum nebenbei Hören. Für Take Up My Bones muss man sich eine Nische schaffen und in entsprechender Stimmung sein, damit sich seine Melancholie perfekt entfalten kann.