ARCH ENEMY – Revolution Begins

 
Label: Century Media
Release: 31.08.2007
Von: Psycho
Punkte: 7/10
Time: 17:28
Stil: Melodic Death Metal
URL: Arch Enemy
 
Ich muss zugeben, dass ich vom Appetizer zum neuen ARCH ENEMY-Album Rise Of The Tyrants doch etwas enttäuscht bin. Nachdem die Band diesmal tatsächlich mehr Zeit für das Songwriting hatte, die Amott-Brüder wieder vereint waren und man wohl selber zu der Überzeugung gekommen ist, dass das letzte Album nur in Teilen wirklich zu überzeugen vermochte, hätte ich doch ein bisschen mehr erwartet.
Revolution Begins startet mit zwei Tracks, die auch auf dem neuen Album sein werden. Der Titeltrack ist sehr melodiös, dafür aber beim Härtegrad recht zurückhaltend ausgefallen. Zum Ende hin gibt es mittels einiger Chöre noch mal eine Wende zum Hymnenhaften, jedoch ohne dass man wirklich mitgerissen wird. Blood On Your Hands ist wesentlich härter und vertrackter und lebt von der sehr agilen Rhythmusarbeit und den verschachtelten Gitarren. Hier ist auch der Refrain stärker ausgefallen, trotzdem gibt es in meinen Augen deutlich bessere ARCH ENEMY-Tracks.
Danach gibt es mit Walk In The Shadows die E.P.-typische Coverversion zu bewundern; diesmal von Queensryche. Was man aber wirklich nur an den Credits bemerkt, denn die 2-3 kurzen Stellen, an denen noch die ursprünglichen Melodien aufblitzen, gehen im Rest der Neuarrangierung komplett unter. So kommt das Stück als relativ straighter Midtempo-Banger daher; nicht schlecht, aber es hätte sicherlich nicht geschadet, mehr von der tollen Atmosphäre des Originals einzufangen.
Zum Schluss gibt es noch eine ziemlich fulminante und brutale Live-Version von I Am Legend/Out For Blood, was hauptsächlich an Angela Gossow liegt, die sich hier wirklich die Lungenflügel nach außen stülpt.
Insgesamt also eine ganz nette Angelegenheit, aber trotzdem keimt in mir die Sorge auf, dass das neue Album etwas zu verspielt ausfallen und härtetechnisch leicht enttäuschen könnte. Diese für ARCH ENEMY so charakteristische (und gelungene) Gradwanderung zwischen Death Metal und Melodie, Progressivität und Eingängigkeit scheint diesmal evtl. nicht wie sonst aufgegangen zu sein. Technisch ist natürlich wieder alles erste Sahne, vor allem die Gitarrenfront kann hier nicht oft genug gelobt werden, während man es beim Sound anscheinend wieder ein wenig rauer und natürlicher mag; der beinah schon mechanische und leicht überproduzierte Sound der letzten Jahre wurde deutlich zurückgefahren.
Wie auch immer: meine Erwartungshaltung ist erstmal ein wenig gedämpft, aber natürlich besteht bei dem Potential der Band im noch eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass die neue CD sich doch noch als Knaller entpuppt. Warten wir's ab, in Kürze sind wir schlauer…