Wenn
ich morgen sterben würde, hätte ich etwas versäumt,
wenn ich diese Platte nicht gehört hätte? So interpretiere
und erweitere ich die im Titel gestellte Frage – und schon
nach ein paar Minuten wird klar, dass ARCANUM
mit ihrer höllisch eingängigen Rhythmik und dem abwechslungsreichen
Aufbau der Kompositionen Pluspunkt um Pluspunkt für sich
verbuchen können.
So lassen die Jungs nach einer gesprochenen Einleitung das akustische
Inferno dann mit dem beschwingten Chaos Arise beginnen,
das fast nahtlos ins etwas zügigere One Bullet Left
übergeht. Die Stimme von Peda ist dunkel und nicht zu übertrieben
aggressiv, doch für meine Begriffe zu eindimensional, obwohl
auch hin und wieder Kreischlaute die Sangesleistung aufwerten.
So holzt die Band zwischen mittelschnell und zügig durch
eine gute Dreiviertelstunde, doch so ein richtiger Knaller stellt
sich leider dann nicht ein. Vom Aufbau gefällt mir Behind
The Paradise sehr gut: einleitend schont Sänger Peda
seine Stimmbänder im Flüsterton, bevor er wieder etwas
zu stumpf vor sich hin röhrt bzw. kreischt. Das getragene
Solo sorgt dafür, dass das Stück spannend bleibt.
So gewinnt der folgende schnellere Takt an Durchschlagskraft.
Im Stil dieser Nummer spielen ARCANUM abwechslungsreich
und mitreißend. Weiteres Glanzlicht: das orientalisch
anmutende Riff im intensiven Stück Dunelord oder
das zwingende Damien’s Torture mit gesprochenem
Teil und teils zähflüssiger, dann wieder pfeilschneller
Durchschlagskraft.
Die weiteren Lieder sind solides Futter für Death Metal
Freunde, die allerdings auch ganz gut mit mittelschnellen Passagen
auskommen sollten, denn die eingängige Headbangtauglichkeit
steht bei ARCANUM im Vordergrund. Auf der Bühne
geht die gebotene Musik sicher sehr gut in die Beine und den
Nacken, auf Konserve bleibt ein überaus positiver Eindruck.
Für die nächste Platte würde ich an ARCANUMs
Stelle die Stimme noch ein wenig mehr variieren sowie in den
Liedern selbst einige rhythmische Schmankerl oder hin und wieder
ruhigere Passagen einbauen, um die Stimmung zu verdichten.