ARCANUM – What If You Die Tomorrow

 
Label: Noisehead Records
Release: Februar 2007
Von: Stormlord
Punkte: 7.5/10
Time: 46:25
Stil: Death Metal
URL: Arcanum
 
Wenn ich morgen sterben würde, hätte ich etwas versäumt, wenn ich diese Platte nicht gehört hätte? So interpretiere und erweitere ich die im Titel gestellte Frage – und schon nach ein paar Minuten wird klar, dass ARCANUM mit ihrer höllisch eingängigen Rhythmik und dem abwechslungsreichen Aufbau der Kompositionen Pluspunkt um Pluspunkt für sich verbuchen können.
So lassen die Jungs nach einer gesprochenen Einleitung das akustische Inferno dann mit dem beschwingten Chaos Arise beginnen, das fast nahtlos ins etwas zügigere One Bullet Left übergeht. Die Stimme von Peda ist dunkel und nicht zu übertrieben aggressiv, doch für meine Begriffe zu eindimensional, obwohl auch hin und wieder Kreischlaute die Sangesleistung aufwerten. So holzt die Band zwischen mittelschnell und zügig durch eine gute Dreiviertelstunde, doch so ein richtiger Knaller stellt sich leider dann nicht ein. Vom Aufbau gefällt mir Behind The Paradise sehr gut: einleitend schont Sänger Peda seine Stimmbänder im Flüsterton, bevor er wieder etwas zu stumpf vor sich hin röhrt bzw. kreischt. Das getragene Solo sorgt dafür, dass das Stück spannend bleibt. So gewinnt der folgende schnellere Takt an Durchschlagskraft. Im Stil dieser Nummer spielen ARCANUM abwechslungsreich und mitreißend. Weiteres Glanzlicht: das orientalisch anmutende Riff im intensiven Stück Dunelord oder das zwingende Damien’s Torture mit gesprochenem Teil und teils zähflüssiger, dann wieder pfeilschneller Durchschlagskraft.
Die weiteren Lieder sind solides Futter für Death Metal Freunde, die allerdings auch ganz gut mit mittelschnellen Passagen auskommen sollten, denn die eingängige Headbangtauglichkeit steht bei ARCANUM im Vordergrund. Auf der Bühne geht die gebotene Musik sicher sehr gut in die Beine und den Nacken, auf Konserve bleibt ein überaus positiver Eindruck. Für die nächste Platte würde ich an ARCANUMs Stelle die Stimme noch ein wenig mehr variieren sowie in den Liedern selbst einige rhythmische Schmankerl oder hin und wieder ruhigere Passagen einbauen, um die Stimmung zu verdichten.