Zum zehnjährigen
Jubiläum veröffentlich der ARCANA-Kopf
Peter Pettersson mit The New Light
eine ganz besondere Compilation; nicht eine der üblichen
Best Of Zusammenstellungen, sondern in der Tat viele unveröffentlichte
Tracks oder aber zumindest alternative Versionen davon. Dabei
spannt sich der Bogen von den ganz frühen Tagen und den
ersten, nie veröffentlichten Gehversuchen bis hin zu komplett
neuen Stücken, die einen ersten Ausblick (?) auf das demnächst
erscheinende, neue Album Le Serpent Rouge
geben.
Die Erstauflage kommt in einem sehr ungewöhnlichen Format
daher und enthält ein sehr schön gestaltetes Booklet,
in dem der Komponist zu jedem Track noch kurze Erklärungen
beigefügt hat. Musikalische Höhepunkte gibt es viele,
z.B. das nie veröffentlichte Wound aus dem ersten
Demo '94 (im klassischen Dark Age Of Reason-Stil) oder das ebenfalls
noch unbekannte Lament, welches sehr ruhig und entspannt
gehalten ist. Mit Eclipse Of The Soul, Source Of Light
und Like Statues In The Garden Of Dreaming hingegen
gibt es altbekannte Kost in anderen Versionen, die z.T. sogar
mehr Charme als das Original besitzen.
Besonders interessant sind natürlich die beiden letzten
Stücke, die relativ neu (2003) sind und somit den schon
erwähnten Ausblick auf die nächste CD geben (könnten).
Through The Grey Horizon offenbart dabei nicht wirklich
viele Überraschungen, außer vielleicht der Tatsache,
dass die manchmal etwas sperrigeren oder krachigeren Kompositionen
der letzten Jahre wieder der Vergangenheit anzugehören
scheinen und der Meister nun erneut auf innigere, emotionalere
Werke setzt. Ein schönes Stück, dessen Ähnlichkeit
(auch beim Gesang) zu einigen Brendan Perry-Kompositionen sicherlich
nicht von ungefähr kommt. Wirklich überrascht hat
mich dann aber Wings Of Gabriel, welches mit arabischen
Einflüssen kokettiert und dabei unglaublich atmosphärisch
ist; den Hörer geradezu mitten in die Wüste setzt
und ihm dabei die Schönheit der Natur offenbart! Laut Booklet
handelt es sich hierbei aber erst um ein erstes Experiment,
denn ARCANA wollen in Zukunft noch mehr mit
derartigen Sounds arbeiten; einer Absicht, deren Umsetzung ich
allein aufgrund dieses Stückes mit einem Hochmaß
an Spannung entgegen fiebere...
Da trotz der vielen Demo-Versionen der Sound auf The
New Light immer ausgewogen bleibt und es sich
um eine musikalisch gelungene Reise durch das gesamte Schaffen
handelt, kann man die CD sowohl Neu-Einsteigern bzw. -Interessierten
wie auch alten Fans nur wärmstens empfehlen. 9 Punkte!