ARBOR IRA – Weltenfresser

 
Label: Red2Grey
Release: 23.11.2017
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 55:10
Stil: Doom/Death Metal
URL: Arbor Ira
 
Eine interessante Mischung lassen ARBOR IRA auf die geneigte Hörerschaft los, denn da tummeln sich extravaganter Gesang, rhythmisch akzentuierte Grooves, schwermütige Streichermelodien, schwarzmetallische Düsternis und entspannte Melancholie in einem ereignisreichen Spannungsfeld. Eine Vielzahl an Ideen findet während der epischen Stücke genug Platz zur Entfaltung und so beginnt Enslaved/Funeral Belt als eine Art Kammermusik, die in bedrohlichen Doom/Death Metal mit finsteren Vocals übergeht. Die Monotonie wird durch einen leichtfüßigen Rhythmus gebrochen, bevor langgezogene Leads und ein ausgedehntes Solo zum Einsatz kommen. Gegen Ende nimmt die Geschwindigkeit zu und so schmiegt sich die Musik dynamisch an den emotionalen, warmherzigen Gesang. Ein wunderbares Arrangement aus Violine und Cello beendet dieses Stück in berührender Manier.
Sonderlich eilig haben es die Musiker nie und so bestimmt bittersüße Melancholie die Szenerie, wenn zarte Streicher auf zum Himmel schreienden, entrückten Gesang und stampfende Drums treffen. Unheimlich ziehen finstere Riffs am Horizont herauf und pechschwarz verfinstert die Stimme die glutrote Sonne. Reduzierte, fragil wirkende Passagen fügen eine angenehm fließende Entspanntheit hinzu; man fühlt sich wie in einer verrauchten Spelunke, wenn man etwa dem rituellen Stück Circle lauscht. Tanzbare Anklänge wirken da fast wie ein höhnischer Kontrast und es ist gut, dass man sich nie sicher sein kann, was ARBOR IRA denn als nächstes aus dem Hut zaubern. Auch über eine Distanz von fast 13 Minuten vermögen die Musiker bestens zu überzeugen - während der Mini-Oper Wundervolle Heilung ziehen dich Viskoseriffs in den Abgrund, Streicher begleiten deinen Weg in die lichtlose Finsternis und beschwörende Gesänge lassen das Blut in den Adern gefrieren, ehe ein reduzierter Part im Fjoergyn-Stil für Tiefenentspannung sorgt.
Hier halten sich Sanftmut und harsche Bedrückung die Waage und so nehmen die Musiker den Hörer auf eine ungewohnte Reise mit, die durch dezent symphonische Gefilde, apokalyptische Dunkelheit, beklemmende Nebelschwaden, beherzte Raserei und relaxte Zurückhaltung führt. Der Weltenfresser wandelt auf schwer zugänglichen, aber abwechslungsreichen Pfaden, denen es sich zu folgen lohnt!