| Endlich
mal was für meine Ohren! Sie nennen sich ARACHNES
(Latein für Spinne) und kommen zwar aus Italien, sind aber
nicht der gewöhnliche Pasta-Power-Speed, was einige Leute
schon zum kotzen bringt. Im Falle von ARACHNES
wird freilich Power und Speed geboten, aber auch ein gewisses
Maß an Symphonie und Neoklassizismus. Man benennt Einflüsse
so vielseitig wie Bach und Malmsteen (eh... vielleicht gar nicht
so vielseitig) und das macht sich schon bemerkbar, vor allem bei
den vielen instrumentalen Tracks. Tota Pulchra z.B. klingt
wie Mozart mit schlechter Laune.
Hauptsongschreiber sind die Gebrüder Franco (Gitarre) und
Enzo (Gesang, Keyboard) Caruso, die bereits unter diesem Namen
seit 1995 zocken. Drei Scheiben und einen EP hat man hinter sich,
und nun erscheint der vierte Silberling Primary Fear.
Lieder wie der Titeltrack, The Warning, Not Fair
und Running In The Labyrinth überzeugen durch schöne
Vocallines und tolle Arrangements; besonders Running In The
Labyrinth ist jedem Liebhaber des Herrn Malmsteen zu empfehlen.
Neoklassizismus pur!
Die Gitarre kommt bei fast jedem Song eher thrashig rüber,
was auch aufs Pluskonto geschrieben werden sollte. Einziger Schwachpunkt
bei der CD ist die Tatsache, dass man den Gesang viel zu weit
nach unten im Mix geschoben hat. Schade, den Enzo singt wirklich
wunderbar, und erinnert nicht selten an einen gewissen M. Kiske.
Er macht jedenfalls süchtig auf mehr. Vielleicht gibt’s
auch zu viel Instrumentaltracks, aber die Geschmäcker sind
ja verschieden. Letzten Endes ein sehr tolles Album. ARACHNES
haben was Eigenes aus ihren Einflüssen kreiert, und ich wünsche
ihnen viel Erfolg, damit sie in Zukunft noch mehr schöne
Musik schreiben. Daumen hoch!
Arachnes |