ARACHNES – Primary Fear
Label: Scarlet Records
Release: 06.10.2003
Von: Alex
Punkte: 8,5
 

Endlich mal was für meine Ohren! Sie nennen sich ARACHNES (Latein für Spinne) und kommen zwar aus Italien, sind aber nicht der gewöhnliche Pasta-Power-Speed, was einige Leute schon zum kotzen bringt. Im Falle von ARACHNES wird freilich Power und Speed geboten, aber auch ein gewisses Maß an Symphonie und Neoklassizismus. Man benennt Einflüsse so vielseitig wie Bach und Malmsteen (eh... vielleicht gar nicht so vielseitig) und das macht sich schon bemerkbar, vor allem bei den vielen instrumentalen Tracks. Tota Pulchra z.B. klingt wie Mozart mit schlechter Laune.
Hauptsongschreiber sind die Gebrüder Franco (Gitarre) und Enzo (Gesang, Keyboard) Caruso, die bereits unter diesem Namen seit 1995 zocken. Drei Scheiben und einen EP hat man hinter sich, und nun erscheint der vierte Silberling Primary Fear. Lieder wie der Titeltrack, The Warning, Not Fair und Running In The Labyrinth überzeugen durch schöne Vocallines und tolle Arrangements; besonders Running In The Labyrinth ist jedem Liebhaber des Herrn Malmsteen zu empfehlen. Neoklassizismus pur!
Die Gitarre kommt bei fast jedem Song eher thrashig rüber, was auch aufs Pluskonto geschrieben werden sollte. Einziger Schwachpunkt bei der CD ist die Tatsache, dass man den Gesang viel zu weit nach unten im Mix geschoben hat. Schade, den Enzo singt wirklich wunderbar, und erinnert nicht selten an einen gewissen M. Kiske. Er macht jedenfalls süchtig auf mehr. Vielleicht gibt’s auch zu viel Instrumentaltracks, aber die Geschmäcker sind ja verschieden. Letzten Endes ein sehr tolles Album. ARACHNES haben was Eigenes aus ihren Einflüssen kreiert, und ich wünsche ihnen viel Erfolg, damit sie in Zukunft noch mehr schöne Musik schreiben. Daumen hoch!

Arachnes