Hippe
Zutaten, welche die italienischen AQUEFRIDGE
uns da präsentieren. Denn, was dort aus den Boxen quillt,
tönt gleichermaßen wie eine hardcorige Variante einer
wüsten Queens Of The Stone Age Version oder wie ein rockiger
Bastard im Umeå-mäßigen Refused Style.
Das diese unorthodoxe Vermischung musikalischer Gegenkulturen
funktionieren kann, bewiesen schon die Holländer Circle
oder junge Ami-Bands wie Vaux und The Bronx, die allerdings
auch oft gefährlich nah am Klischee oder billiger Kopie
vorbeischrammten.
Portionen davon funktionieren auf jeden Fall, wenn nicht zu
oft Metallisches neuerer Gangart drin wäre, wie es AQUEFRIDGE
leider etwas häufiger zelebrieren. Obwohl man auch mit
den Deftones liebäugelt, kommt das Ganze genau dann nicht
sehr atmosphärisch rüber, oder rockt gerade an diesen
Stellen nicht konsequent genug. Auch die schon fast Noiserock-artigen
Ausflüge kommen nicht im Unsane-mäßigen Dampframmen
Stil rüber (ein Muss, wenn man schon will).
Viele gute Ideen wurden hier verbraten, ohne jedoch konsequent
ausgearbeitet worden zu sein, was dazu führt, dass sich
zu viele der 15 Tracks zwischen die Stühle setzen und sich
weder harmonischer Fluss noch Wiedererkennungswert einstellen
will. Der italienische aber dennoch etwas monotone (Sprech-)
Gesang, tut sein Übriges dazu und das häufig anwesende
Gekreische brilliert auch nicht gerade durch "anders"
sein.
Bevor das hier jedoch wie ein Verriss klingt, AQUEFRIDGE
haben mit Un Caso Isolato schon eine
abwechslungsreiche und vielseitige Platte zusammengestellt,
die zwar viel Licht aber auch viel Schatten beinhaltet und dennoch
drauf hoffen lässt, das die Musiker in Zukunft konsequenter
am Songwriting feilen und nicht zuviel Links und Rechts gucken
und sich vom eigentlichen Ziel ablenken lassen. Ein paar Stücke
weniger hätten der Platte gut getan. So bleibt eine mittelmäßige
aber nicht schlechte Platte übrig, die es schwierig haben
wird, in den genannten Szenen feste Anhänger zu finden.