DIE APOKALYPTISCHEN REITER - Samurai
 
Label: Nuclear Blast
Release: 08.11.2004
Von: Medion
Punkte: 4,5
Time: 48:18
Stil: Experimental Metal
URL: Die Apokalyptischen Reiter
 

Was haben Joachim Witt und DIE APOKALYPTISCHEN REITER gemeinsam? Sie machen in etwa dieselbe Musik. Was unterscheidet sie? Das Genre, dem sie (offiziell) zugerechnet werden...
Vielleicht mag diese Behauptung ja etwas überspitzt klingen, doch so unwahr ist sie nun auch wieder nicht. Denn je mehr ich mich durch das fünfte Alben der Reitermania-Erfinder kämpfe, desto mehr bekomme ich das Gefühl, dass Samurai eine CD geworden ist, hinter deren Metal-Verpackung sich eigentlich nichts weiter als Schlager befindet – langweiliger Schlager, den man durch harte Gitarren getarnt an Metal-Fans verkaufen will. Sicher - sooo anders hat der Vorgänger auch nicht geklungen, trotzdem kann ich den REITERN anno 2004 rein gar nichts mehr an ihrem Sound abgewinnen. Da wird noch gelegentlich gegroovt, geblastet oder gethrasht, doch alles in allem wirkt Samurai wie eine Identitätskrise einer Band, die nicht mehr so ganz weiß, in welche Richtung es nun weitergehen soll und deren beabsichtigter Kitsch-Sound den Bogen diesmal eindeutig überspannt, während die wirklichen Ideen fast gänzlich auf der Strecke bleiben. Den einzigen wahren guten Song liefert die Band paradoxerweise mit Lazy Day ab, welcher unbeschwert und Metal-frei an Sting und Konsorten herankkommt und (leider verspätet) richtiges Sommer-Feeling aufkommen lässt.
Die REITER haben sich mit ihrem fünften Album beinahe in eine Sackgasse manövriert, aus der sie hoffentlich mit dem nächsten Output wieder herausfinden. Have A Nice Trip strotzte noch so vor Ideen und Spielfreude, Samurai ist der laue Aufguss dazu. Der Wahnsinn will sich nicht finden lassen, Rock n’ Rollen will die Scheibe auch nicht so recht. Hoffentlich bestraft Der Teufel ja die Band für die Reitermaniacs-Hymne und heizt ihnen ein wenig ein. Die Sonne scheint den REITERN dann ja vielleicht wieder erfreulicher aus dem Arsch ;)