Was haben
Joachim Witt und DIE APOKALYPTISCHEN REITER
gemeinsam? Sie machen in etwa dieselbe Musik. Was unterscheidet
sie? Das Genre, dem sie (offiziell) zugerechnet werden...
Vielleicht mag diese Behauptung ja etwas überspitzt klingen,
doch so unwahr ist sie nun auch wieder nicht. Denn je mehr ich
mich durch das fünfte Alben der Reitermania-Erfinder
kämpfe, desto mehr bekomme ich das Gefühl, dass Samurai
eine CD geworden ist, hinter deren Metal-Verpackung sich eigentlich
nichts weiter als Schlager befindet – langweiliger Schlager,
den man durch harte Gitarren getarnt an Metal-Fans verkaufen
will. Sicher - sooo anders hat der Vorgänger auch nicht
geklungen, trotzdem kann ich den REITERN anno
2004 rein gar nichts mehr an ihrem Sound abgewinnen. Da wird
noch gelegentlich gegroovt, geblastet oder gethrasht, doch alles
in allem wirkt Samurai wie eine Identitätskrise
einer Band, die nicht mehr so ganz weiß, in welche Richtung
es nun weitergehen soll und deren beabsichtigter Kitsch-Sound
den Bogen diesmal eindeutig überspannt, während die
wirklichen Ideen fast gänzlich auf der Strecke bleiben.
Den einzigen wahren guten Song liefert die Band paradoxerweise
mit Lazy Day ab, welcher unbeschwert und Metal-frei
an Sting und Konsorten herankkommt und (leider verspätet)
richtiges Sommer-Feeling aufkommen lässt.
Die REITER haben sich mit ihrem fünften
Album beinahe in eine Sackgasse manövriert, aus der sie
hoffentlich mit dem nächsten Output wieder herausfinden.
Have A Nice Trip strotzte noch so
vor Ideen und Spielfreude, Samurai
ist der laue Aufguss dazu. Der Wahnsinn will sich nicht
finden lassen, Rock n’ Rollen will die Scheibe
auch nicht so recht. Hoffentlich bestraft Der Teufel
ja die Band für die Reitermaniacs-Hymne und heizt
ihnen ein wenig ein. Die Sonne scheint den REITERN
dann ja vielleicht wieder erfreulicher aus dem Arsch
;)