Lange, lange
habe ich sie erwartet…die neue Scheibe der APOKALYPTISCHEN
REITER. Und hier ist sie nun also – ehrfürchtig halte
ich die Promo in meinen Händen und versuche sie hektisch im
CD Player unterzubringen. Der erste Song Licked By TheTongues
Of Pride kündigt es schon an – der Sound der Reiter hat
eine Metamorphose hinter sich. Von Album zu Album galoppierten
die Reiter durch Lande aus brachialen Metalsounds, gar fidelen
Melodien und brandschatzten diese Lande, durch die sie ritten,
mit einem Schmunzeln im Gesicht. Die eben angesprochene Nummer
war ein sicherer Einstieg in die neue Schlacht und mit Titel
Nr. 2 Unter der Asche zeigen die 4 adretten Herren
gleich mal, wo der Hammer hängt! Eine erhabene mittelalterlich
anmutende Melodie leitet den Song ein, der dann sofort in fieses
Geknüppel übergeht. Nach sehr tiefgründigen, pathetisch vorgetragenen
Worten sägen sich dann die Gitarren schon wieder gen Refrain
und es schmettert mir entgegen Unter der Asche! Es
handelt sich wirklich um das erste geniale Highlight dieser
CD – eine Abwechslung aus furiosem Geknüppel, fiesem Gekeife
und herrlich beschwingten Melodien! Herrje, und auch den nächsten
Song muss ich, ob seiner Einzigartigkeit, wieder direkt ansprechen!
Erhelle meine Seele ist ein Track, der wohl nur aus
der Feder des verrückten Reitervolkes aus Germoney stammen kann
– ein gar trauriges Seemannslied, welches unsere Herzen zum
Weinen bringt! Langsam dahinplätschernde Gitarrenmelodien, eine
schöne, gefühlvolle Klavieruntermalung und die Geschichte eines
verzweifelten Seemannes, dessen Kahn in den Wogen seines Lebens
zu sinken droht! Einfach nur schön! Aber das sind Reiter- „Balladen"
ja immer! Beim nächsten Track, Gone wird das Gaspedal
wieder schön durchgetreten und die bewohnte Melange aus den
typischen Reiter-Stilelementen geboten. Mit Regret
hat man auch eine schleppende, sehr schwere eher Death Metal
lastige Nummer draufgepackt, die aber immer wieder mit diversen
Klaviermelodien aufgelockert wird. ABER NUN lasset uns allsamt
niederknien vor dem nächsten Song…nein, es ist dies nicht nur
ein Song, sondern ein Statement! Eine Lebensauffassung! Eine
Religion! REITERMANIA!!! Eingeleitet mit einer
feinen Akkordeonmelodie bricht bald ein wahrer Orkan über uns
los! Es handelt sich wirklich um eine geniale Hymne sondergleichen,
einem der besten, wenn nicht DEM besten Song, den dieser Chaotenhaufen
je erdacht hat! Der Song geht echt dermaßen auf die Fresse -
ein wahres Gedicht! Also wer bei diesem genialen Werk keine
Erektion bekommt, dem ist nicht zu helfen (darf man so was in
einem CD Review schreiben? Oder darf das Review dann erst ab
22 Uhr zugänglich gemacht werden?? Und interessieren sich Minderjährige
überhaupt für Brutalo-Metal? SOLLTEN SIE SICH!)!!! So und um
dieses Review nicht GÄNZLICH ausarten zu lassen werde ich jetzt
nicht mit der einzelnen Besprechung jedes folgenden Songs fortfahren,
denn ich denke es wurden bereits genug Feine Details über All
You Need is Love erzählt, welche jedem halbwegs…öhm…"normalen"
Menschen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen sollten!
Mit den restlichen Songs des Albums verhält es sich genauso
wie mit den schon besprochenen – unverkennbarer Sound, unter
Einbezug von neuen, frischen Stilelementen, die das ganze angenehm
abrunden. Hervorzuheben ist in jedem Falle die 1 A Produktion
von Andy Classen, die dem Album einen extremen Biss verleiht
und im Einklang mit dem erstklassigen Songmaterial steht! Auch
an dieser Front gibt es nichts zu tadeln, sondern lediglich
Lob auszusprechen! Um es zusammenzufassen, ist der dritte Longplayer-Ausritt
der Herren der Apokalypse ein echter Volltreffer, der ihrem
Namen alle Ehre macht – wo die Reiter ihre Hufspuren hinterlassen,
da wächst kein Gras mehr! Und nun vergibt die Jury die Punkte
für die 4 Rassegäule – eigentlich wäre das Album ja perfekt,
aber es gibt dennoch etwas, das mir abgeht! Die kongeniale Ballade
an den Heavy Metal, von der es auf jedem der vorangegangenen
Alben eine gab, ist diesmal nicht vorhanden! Nun kann man darüber
streiten, aber ICH jedenfalls ziehe dafür 0,5 Punkte vom Endergebnis
ab und den Herren Reitern die Ohren lang! Die Metal-Ballade
gehört ganz einfach dazu! Aber ich will Angesichts dieses wirklich
großartigen Albums nun nicht lange auf diesem halben punkt herumreiten,
sondern die gebührenden Punkte für ein ausgezeichnetes Album
verteilen. Und auf der einen Karte, die ich Hochhalte steht
9 und auf der anderen 5 ? 9,5 Punkte für dieses wunderbare Kür-Programm.
Man darf sich wirklich schon mit ganzem Herzen auf die anstehende
Tour freuen, auf der die Apokalypse dann frei Haus in die heimischen
Clubs geliefert wird! In diesem Sinne – METAL WILL NEVER DIE!!!