Hach,
das ist die perfekte Musik, um die schönste Zeit des Jahres
einzuläuten: Den Herbst, mit seinen nebelverhangenen Morgen,
der fruchtigen und gleichzeitig herbstlich-würzigen Luft,
dem stürmisch durch die Luft wirbelnden buntgefärbtem
Laub, der ersten regnerischen Tristesse und sterbender Schönheit…
Und diesem Wechselspiel folgt auch The Constant:
mit sich düster und brutal auftürmenden Gitarrenwänden,
fragilen Melodiebögen und emotional schönen Momenten,
ein kaum ertragbares Maß an Melancholie und ein schmerzlich
sanfter Gesang.
The Constant ist kein Metal Album. The Constant
ist ein Post Rock Album mit Anleihen der alten Montreal-Schule,
welche am deutlichsten beim instrumentalen The Bleeder durchschimmern;
mit Trip Rock Einflüssen und Melodieführungen, wie
man sie von neueren The Gathering und neueren Anathema her kennt.
Dazu eine typisch skandinavische, in diesem Fall schwedische,
Melancholie a lá Katatonia. Stilistisch sicherlich nicht
gerade der Inbegriff von Innovation, jedoch äußerst
effektiv und berührend in Szene gesetzt.
Schon der Opener A Slow Moving Storm nimmt gefangen und
lässt den Hörer nicht mehr los, mehr noch brennt sich
das folgende The Black Heart regelrecht in selbiges.
Assassination ist hernach nicht ganz so hypnotisierend,
das wird aber vom bereits erwähnten Instrumental und den
letzten beiden Tracks wieder wettgemacht, wobei es You Really
Gave It All, Didn't You? ist, das noch einmal alle Saiten
an Emotionen, Verzweiflung und Traurigkeit auf herzergreifende
Weise anschlägt.
Hinter AORIA verbirgt sich das Trio Erik Nilsson (A Swarm
Of The Sun), Robin Bergh (October Tide) und Niklas Sandin (Katatonia),
eine Band, die nach über vier Jahren Dornröschenschlaf
wachgeküsst wurde und nun endlich ein Debütalbum veröffentlicht.
Und ich bin unverkennbar hin und weg. Schade nur, das The
Constant so ein kurzes Album ist, ein oder zwei Tracks
hätten da durchaus noch draufgepasst. Trotzdem ein musikalisches
Kleinod!