Während
die letzten Klänge von Secret Memoirs Of A Forced
Fate noch immer widerhallen, legen ACT OF CREATION
bereits die nächste Langrille vor.
Einmal mehr komplett in Eigenregie entstanden, sind die diesmal
ausschließlich deutschen Texte das wohl prägnanteste
Merkmal auf Endstation. Sowas gibt es in diesem
Genre ja nicht so oft und verschafft den Jungs somit einen gewissen
Kreativ-Vorteil.
Generell sind ACT OF CREATION melodischer geworden, mehr
dem Death Metal, denn dem Thrash Metal zugeneigt, was ich persönlich
schade finde. Ich mochte die Brachialität des Vorgängers.
Die gelegentlich als aufdringlich empfundene Leadgitarre ist
allerdings immer noch da, reduzierter zwar, aber an manchen
Stellen dann doch eben nervend.
Was Endstation aber tatsächlich aufwiegt,
sind die Texte. Endstation beginnt mit dem Piepsen
eines Herzmonitors und endet auch damit. Dazwischen liegen -
ganz ohne Pathos und bitterböse erzählt - Tod, Krieg
und Verderben, Verlusst, Missbrauch und vor allem Krankheiten,
denen man nicht entrinnen kann. Die Texte, sie sind unangenehm
und unbequem. Man windet sich und es läuft einem eiskalt
den Rücken herunter. Moshmonster wie Keine Heilung
(mit dem Gastgesang von Daniel Jakobi - Lay Down Rotten), Wo
bist Du (welches mich ein wenig an die grandiosen Janus
erinnert) oder Diagnose Tod tun ihr übriges dazu.
Der Gastgesang von Stefanie Nix bei Herbst des Lebens
ist mir ein bisschen zu harmlos, zu sanft und dem Text nicht
angemessen. Gleiches gilt für Sänger Jordan, der an
mancher Stelle doch noch ein bisschen schizophrener und verzweifelter
klingen könnte. Ein bitteres Schmunzeln folgt beim 40 Sekunden
High-Speed-Track Langsam, ob seines leicht abgewandelten
Paulchen Panther Themas.
Endstation ist ganz sicher kein Meilenstein, oder
gar ein Ausbund an Innovation. ACT OF CREATION machen
ihre Sache gut und stehen ein wenig aus der großen Masse
heraus. Aber Endstation berührt. Das macht
es zu was Besonderem.