Bisher veröffentlichten die Niederösterreicher AEONS OF ASHES ein Album und vier EPs. Hiermit haben wir es nun mit dem 2. Longplayer The Wasteland Chronicles zu tun. Naja, so ganz neu stimmt dann aber auch nicht, denn drei vergangene EPs wurden wiederverwertet und drei neue Stücke hinzugefügt, also quasi eine versteckte Best Of mit Zwischenspielen aufgepeppt.
Moderner, grooviger Death Metal steht bei der Band am Masterplan, wobei sich im Hintergrund feine melodische Leads bemerkbar machen. Der alternierende Gesang von Growls und Screeches würzt schon den Opener Ascendancy mit jeder Menge Pfeffer. Auf den Bühnenbrettern dürfte diese Mischung sehr gut ankommen. Der Klang drückt ordentlich aus den Boxen, aber trotz aller Adrenalin-infusionierter Energie vergessen die Musiker nicht, auch auf ruhige Parts und sphärische Instrumentalpassagen zu setzen. Sperrige, progressive Rhythmusarbeit findet zudem ihren Platz, wodurch der Hörer gefordert und die Eingängigkeit geringgehalten wird. Die zahlreichen kurzen Zwischenspiele senken in ihrer ruhigen Art den Puls; groovige Riffs zu Beginn der bissigen Songs wie etwa Time Is A Lie treffen den Hörer unvermittelt und dynamisch. Der unaufdringliche Refrain windet sich in Verbindung mit den feinen Gitarren elegant ins emotionale Nervenzentrum des melodieliebenden Metalheads. Dystopische Nuancen zeigen beim distanzierten Stück The Alchemyst eine weitere interessante, jedoch schwerer zugängliche Facette der wandelbaren Künstler auf. Meshuggah und Gojira könnten hier als Anhaltspunkte bezüglich der kreierten Atmosphäre dienen. Die extrem ruhigen Klänge von Requiem lassen die folgenden Midtemposteigerungen noch heftiger wirken - leider ist dieser Song zu kurz ausgefallen, hier fehlt meiner Meinung nach noch ein Kapitel zum Abrunden. Stimmlich variiert man mit einem geflüsterten Teil und Wechselgesang bei Walk With Us; zusätzlich kann das martialische Stakkato-Marschriffing mitreißen. Grooves, Melodien, unaufdringliche Refrains und moderne Prisen geben sich weiterhin die Klinke in die Hand, wodurch es allerhand zu entdecken gibt.
Ein ambitioniertes, buntes Werk mit modernem Anstrich, das durch feine Melodik und kalte Moderne ein einnehmendes Spannungsfeld aufbaut - die (versteckte) Mogelpackung bzw. das Recycling vergangenen Kompositionen hinterlässt jedoch ein kleines Fragezeichen auf der Stirn.
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