AETHERIUS
OBSCURITAS ist ein 2002 gegründetes ungarisches
Black Metal Projekt. Nach dem Ausstieg von Basser Norbert Gergely
ist inzwischen nur mehr Arkhorrl verblieben, der allerdings
auch schon zuvor bis auf den Bass sämtliche für alle
Instrumente und Arrangements verantwortlich war.
Dem einen oder anderen mag der Herr auch als Sänger der
ungarischen Sudden Death ein Begriff sein. Mit Layae’s
Cradle ist nun das dritte Studioalbum erschienen,
und mit Northfire Records konnte sich Arkhorrl erstmals ein
Label mit ins Boot holen.
Inspiration für das Projekt sind laut eigener Auskunft
Burzum, Ragnarok und alte Ancient. Gerade die erstere dieser
Bands ist ja nun mal selbst von ideologischen Aspekten abgesehen
alles andere als einer meiner Favoriten, und so war ich schon
mal auf das Schlimmste gefasst. Und tatsächlich lassen
sich alle drei genannten Bands klanglich auf Layae’s
Cradle wieder finden. Das fängt im Falle
von Burzum schon bei der vielleicht eine Spur zu bemüht
an Ober-Asi Varg orientierten Stimme an. Glücklicherweise
sind die Texte allesamt auf Ungarisch gehalten, so dass da zwangsläufig
ein wenig Eigenständigkeit mit hinzukommen musste. Auch
sonst ist der Einfluss von Burzum unverkennbar: Nicht nur dass
das Album genau in der Mitte mit Ea, Lord Of The Depths
eine Coverversion aufweist; zu old-schooligem, allerdings zum
Glück nicht sonderlich missratenden Grundsound gesellt
sich meist das typische mystisch und atmosphärisch gemeinte
Klanggewand. Hier und da weiß Arkhorrl auch mit feinen
Melodien und gelegentlich eingestreutem Keyboard zu überzeugen.
Beim Keyboard sind es mitunter leicht dissonante Passagen, die
ungewöhnlich klingen und Interesse wecken. Auch der Einsatz
von Chören und Akustikgitarre ist recht gut dosiert und
kommt relativ gut rüber. Abseits dieser hauptsächlich
für Zwischenspiele verwendeten Mittel aber verfällt
Layae’s Cradle immer wieder
zu sehr in Monotonie und Wiederholungen, wie es bei derart inspirierter
Musik leider fast immer der Fall ist. Das führt dann auch
bei allen sonst vorhandenen guten Ansätzen schnell dazu,
dass man sich genervt oder angeödet fühlt und auf
Durchzug schaltet.
Besser gefallen mir das schon die leider selteneren und härteren,
mehr nach Ancient klingenden Stücke, in denen auch mal
Geschwindigkeit aufs Tapet gebracht wird und etwas Action in
die Bude kommt.
Bleibt zum Schluss noch zu bemerken, dass der Drumcomputer hier
auch nicht einen seiner glücklichsten Einsätze hatte.
Auch wenn der Sound ansonsten für totalen Underground noch
im Rahmen des erträglichen ist, die Drums gingen streckenweise
gar nicht. Das hörte sich phasenweise derart künstlich
und einfach unpassend an, dass auch das einen Beitrag zum „Auf
die Nerven gehen“ leistete.
Insgesamt eine Platte mit einigen guten Ansätzen, aber
weitaus mehr Mängeln.