Die
Italiener waren mir bisher nur als Maiden-Coverband bekannt,
und so war ich nicht ganz un-erstaunt, dass es sich hier schon
um ihr zweites Album mit Eigenkompositionen handelt. Mir fehlt
also leider jede Vergleichsmöglichkeit mit dem ersten.
Maiden-Parallelen gibt es auch hier einige, sie halten sich
aber stärker in Grenzen als ich erwartet hätte. Auch
die vorhandenen Anklänge an die üblichen Verdächtigen
im italienischen Heavy Metal bewegen sich zum Glück in
überschaubarem Rahmen (auch wenn die an sich tolle Stimme
von Sänger Luigi Bonsanea beim einen oder anderen Refrain
gerade noch vor der Grenze zur berüchtigten Spaghetti-Weinerlichkeit
bremst). Vielmehr zeigt sich, dass ANTHENORA
es durchaus auch selber drauf haben, auch wenn an natürlich
an die Vorbilder zu keinem Zeitpunkt herankommt. Soulgrinder
ist ein gutes, aber kein herausragendes Album, dazu fehlt es
insgesamt doch zu sehr an wirklich packenden Stellen. Immer
wieder tauchen Melodien und Gesangslinien auf, die hängen
bleiben (Dawn Of Blood, A New Rebellion, Hundred Knives),
und als schlecht kann man hier keine einzige Nummer bezeichnen.
Trotzdem verläuft ein großer Teil der Scheibe bei
aller hörbaren instrumentalen und gesanglichen Qualität
einfach zu unspektakulär. Außerdem wird für
meine Begriffe das Tempo alles in allem etwas zu sehr im kontrollierten
Bereich gehalten, etwas schnellere Stück wie Fatherland
oder Hellish Fire sind da schon eher die Ausnahme.
Andererseits befinden sich auch gelungene Midtempo-Stampfer
wie The Call Of The Undead oder Cassandra
auf dem gegenständlichen Werk. Sind aber halt leider irgendwie
alles keine Hits. Dennoch kann man Soulgrinder
zweifellos ohne Bedenken jedem empfehlen, der soliden und kompetent
gespielten Heavy Metal mag, dem man halt letztendlich doch seine
Maiden- bzw. Italien-Affinität nicht wirklich absprechen
kann. Trotzdem: Gegen die ganzen Rhapsody-Klone mit Jaulgesang
ist die Scheibe eine Wohltat.