„Ragga
Infected Metal“ – das Etikett macht neugierig. Ich
meine: geht das überhaupt? Knochentrockener Nackenbrecher-Sound
mit Sommer-Palmen-Sonnenschein-Feeling?! Klare Antwort: und
wie das geht! ANODYNE 29 liefern mit ihrer
aktuellen EP Maximum Pleasure den
Beweis, dass sich scheinbare Gegensätze nicht ausschließen
müssen, sondern auf geniale Weise ergänzen können.
Irgendwo zwischen prolligem Monster Magnet-Geknüppel und
verschrobenem Shaggy-Toasting hat sich das Wormser Sixpack eine
eigene Nische geschaffen. Wenn man bedenkt, dass Sänger
Andy Koa (Ex-Still Patient?) und Bassmann Guido Gonzalez (Ex-Century)
aus dem gediegenen Gothic-Rock-Bereich kommen, entspricht das
scheinbar einem stilistischen Quantensprung, aber spricht nicht
zuletzt für ihre Flexibilität. Leider befinden sich
im Audio-Teil der CD nur zwei Stücke, nämlich der
Titeltrack als Album- und Radio-Edit und einer überaus
korrekten Akustik-Version, sowie dem launigen Love On The
Table. Als Schmankerl hat die Band, die auf ihrer Homepage
sogar Klingeltöne und Handy-Wallpapers anbietet (!), eine
Video-Sektion eingerichtet, die sie bei einer Performance anlässlich
der letztjährigen Jägermeister Rock-Liga und bei der
Foto-Session zeigt. Hier gibt es mit Imposter und Queen
Of Mars zwei weitere Tracks zu hören bzw. zu sehen.
Maximum Pleasure - der Name ist Programm:
Griffige Refrains, eingängige Hooks, knackige Grooves,
ein sattes Gitarrenbrett, stimmlich markant und das alles zusammengemischt
im kopfnickerfreundlichen Midtempo-Bereich. Mehr davon!