ANKH – Expect Unexpected
Label: Metal Mind Records
Release: 24.03.2003
Von: Calani
Punkte: 7
 

Coldblood Industries hat ja bekanntermaßen seine Dienste erweitert und eine Agentur namens Pitchfork Promotions gegründet. Erstes Betätigungsfeld ist das polnische Label Metal Mind Productions, zu dessen Releasen auch ANKH’s fünftes Album Expect Unexpected zählt.
Hierbei handelt es sich allerdings keineswegs um Metal, wie der Labelname vermuten lassen würde, sondern um progressiven Rock.
Nach kurzem Intro wird man mit The Trick bereits das erste Mal überrascht, denn dieser Track wird, wie alle nachfolgenden auch, in polnisch gesungen. Das ist eine Sprache, an die man sich erst mal gewöhnen muss. Zeit sich zu erholen gibt es aber nicht wirklich, denn bei Love Supreme fängt man bereits kräftig an mit Instrumenten, Sounds und Gesang zu experimentieren. Zum Glück übertreibt man es nicht, behält den roten Faden stets im Auge. Es gibt immer wieder Songs, die für progressive Verhältnisse recht straight ausfallen und den geneigten Hörer nicht überfordern. Einige Elemente, wie z.B. die dilettantischen Blockflötenklänge bei Moonlight Drive oder Loop Slow Vocal Mix gehen dann aber doch gehörig auf die Nerven. Naturgemäß gibt es viele instrumentale Phasen, in denen die Musiker ihr Können erfolgreich unter Beweis stellen. Es gibt da viele Passagen, die mir gut gefallen (coole Basslinien z.B.). Das man auch rocken kann, beweist man mit I Want You. Hier wird ebenfalls weitestgehend auf den Gesang verzichtet, so dass die Musik voll zur Geltung kommt. Insgesamt lässt man eine Vielzahl an Stilen einfließen, von dezenten Streichersamples bis hin zu ethnischen, 70’s lastigen psychedelischen und jazzigen Einflüssen ist alles dabei. Der Gesang an sich ist sehr angenehm, es wird viel experimentiert und überlagert, mit gesprochen Texten, Gewisper und weiblichen Backgroundvocals gearbeitet.
Expect Unexpected ist mit 16 Tracks und gut 55 Minuten recht lang und teilweise anstrengend, auch wenn 4 der Tracks nur kurze Interludes, bzw. Intro und Outro sind. Insgesamt jedoch für jeden normalen Freund progressiver Musik verdaulich. Die Musik ist zwar naturgemäß etwas sperrig und bedarf einiger Durchläufe, ist aber im experimentellen Sinne nicht komplett ausgeflippt. 2 repräsentative Songs kann man sich auf der offiziellen Homepage reinziehen.

Ankh