Mit der
neuen The Sixth Incubator Scheibe kam auch die aktuelle Ausgabe
des ANIMALIZE Magazins ins Haus geflattert,
da Chris Mummelthey auch hier seine Hände, diesmal als
Layouter, im Spiel hat. Ihr Unwesen treiben Herausgeber Oliver
Loffhagen nebst Crew sonst eigentlich bei Vampster.
Das schleswig-holsteinische ANIMALIZE gibt
es seit Januar 1990 und bringt in unregelmäßigen
Abständen seine Printausgaben raus. Lagen die Abgabepreise
früher zwischen 1,70 – 4,50 DM, ist das Magazin heute
kostenfrei zu bekommen. Mit der Ausgabe #28 (als 5000er Auflage)
hat man nun eine fast 3-jährige Abstinenz beendet, das
letzte Heft gab’s im Herbst 2000.
Geziert wird das Mag frontseitig von Rebellion
und rückseitig von Lordi. Beide Bands
werden auch interviewt. Überhaupt gibt es nur Interviews
und Reviews in diesem Heft, nichts anderes sonst.
Tatsächlich habe ich an dieser Ausgabe einiges zu mäkeln
und zu meckern. Natürlich ist es „nur“ ein
Fanmagazin, aber dennoch sollten bestimmte Dinge beachtet werden.
Als Erstes fällt auf, das es keine Inhaltsangabe gibt.
Das ist zwar im Grunde nicht tragisch, wenn das Mag übersichtlich
strukturiert wäre, ist es aber nicht! Nach dem Vorwort
geht es sofort mit einem Anthrax Interview
los, ohne Überschrift, wie alle anderen Interviews auch.
Manchmal wird noch nicht einmal im Vorwort erwähnt, um
welche Band es sich beim Interview handelt. Auch durch entsprechende
Formatierungen ist nichts auszumachen (z.B. Bandname in Blockbuchstaben
oder so. Tatsächlich wird jede andere Band z.B. als Verweis
...etc. in Grossbuchstaben ausgeführt). Geht ein Interview
über mehrere Seiten, findet man auf der rechten Seite rechts
oben einen kleinen Vermerk, um welche Band es sich handelt.
Bei dem zweiten Interview z.B. hat es ‘ne ganze Weile
gedauert, will heißen: ich musste das Intie von Anfang
bis Ende lesen, um dann festzustellen, das es sich um Accuser
handelt (ist natürlich auch eine Methode, die Leser bei
der Stange zu halten...*g*). Seite 7 befasst sich mit Reviews
zu Eigenproduktionen und Importen. Auch hier ergeben sich Differenzierungen
erst, wenn man alle Artikel auch komplett liest. Schlimmer wird’s
sogar mit den konventionellen Reviews. Es gibt absolut keine
Zusatzinformation wie Releasedate, Label oder Running Time (wird
nur manchmal erwähnt) ... was auch immer, es gibt keine
konkrete Bewertung, alles bei wechselnden Formatierungen (obwohl
ich darüber gut hinwegsehen kann). Rechtschreibung und
Grammatik sind schon fast ein Graus. Reform hin oder her, mal
ein falsches Komma oder einen Buchstabendreher ist akzeptabel,
das passiert mir auch, aber hier gibt es zu viele Fehler und
Patzer. Wenn man schon verbal akrobatische Ergüsse publiziert,
sollten sie weitestgehend fehlerfrei sein. Das es mit der deutschen
Sprache nicht mehr weit her ist, beweisen unendlich viele Texte
auf Webseiten, zahllose Printmedien, irgendwelche Gutachten
... etc. Aber gerade deshalb sollte man besonderen Wert auf
den korrekten Sprachgebrauch legen und es nicht auch noch falsch
forcieren ... (gilt übrigens auch für den englischen
Background der Webseite).
Besonders positiv möchte ich die Ausführlichkeit der
ANIMALIZE Interviews hervorheben. Es bleiben
kaum Fragen unbeantwortet (auch wenn ich sicherlich andere an
Tyra gehabt hätte *lol*). Die stilistische Bandbreite der
Interviewpartner find ich toll. So finden sich neben klassischen
Vertretern wie Helloween, Krokus,
Bathory, Supared ...etc. auch
illustre Gäste wie Extrabreit, Ingo
Appelt oder auch die längst tot geglaubte Jutta
Weinhold und selbst Pornosternchen Tyra Misoux
(ja, ihr habt richtig gelesen ... Tiramisu ... selten dämlicher
Künstlername) auf dem Talksofa wieder. Es gibt erfreulich
wenig Werbung und das schwarz - weiß Layout geht auch
völlig ok.
Fazit:
Mit Inhalt und Aufmachung an sich kann ich mich gut anfreunden
und da es sich beim ANIMALIZE um ein kostenloses
Mag von Fans für Fans handelt, lässt sich über
so manche Sache hinwegsehen. Will man ein breiteres Publikum
erreichen, sollte jedoch einiges umstrukturiert und verbessert
werden. In diesem Zuge sollte man auch die dazugehörige
Webseite wieder auf Vordermann bringen, viele Seiten funktionieren
nicht oder haben keinen Inhalt. Außerdem kann es nicht
schaden zu erfahren, wann, wo, von und mit wem Interviews (meistens
keine Namen) so gemacht wurden ...