ANIMALIZE MAGAZIN #28

 
Print Magazin
Release: Mai 2003
Von: Dajana
Punkte: 6
 
Stil: mixed styles
URL: Animalize
 

Mit der neuen The Sixth Incubator Scheibe kam auch die aktuelle Ausgabe des ANIMALIZE Magazins ins Haus geflattert, da Chris Mummelthey auch hier seine Hände, diesmal als Layouter, im Spiel hat. Ihr Unwesen treiben Herausgeber Oliver Loffhagen nebst Crew sonst eigentlich bei Vampster.
Das schleswig-holsteinische ANIMALIZE gibt es seit Januar 1990 und bringt in unregelmäßigen Abständen seine Printausgaben raus. Lagen die Abgabepreise früher zwischen 1,70 – 4,50 DM, ist das Magazin heute kostenfrei zu bekommen. Mit der Ausgabe #28 (als 5000er Auflage) hat man nun eine fast 3-jährige Abstinenz beendet, das letzte Heft gab’s im Herbst 2000.
Geziert wird das Mag frontseitig von Rebellion und rückseitig von Lordi. Beide Bands werden auch interviewt. Überhaupt gibt es nur Interviews und Reviews in diesem Heft, nichts anderes sonst.
Tatsächlich habe ich an dieser Ausgabe einiges zu mäkeln und zu meckern. Natürlich ist es „nur“ ein Fanmagazin, aber dennoch sollten bestimmte Dinge beachtet werden. Als Erstes fällt auf, das es keine Inhaltsangabe gibt. Das ist zwar im Grunde nicht tragisch, wenn das Mag übersichtlich strukturiert wäre, ist es aber nicht! Nach dem Vorwort geht es sofort mit einem Anthrax Interview los, ohne Überschrift, wie alle anderen Interviews auch. Manchmal wird noch nicht einmal im Vorwort erwähnt, um welche Band es sich beim Interview handelt. Auch durch entsprechende Formatierungen ist nichts auszumachen (z.B. Bandname in Blockbuchstaben oder so. Tatsächlich wird jede andere Band z.B. als Verweis ...etc. in Grossbuchstaben ausgeführt). Geht ein Interview über mehrere Seiten, findet man auf der rechten Seite rechts oben einen kleinen Vermerk, um welche Band es sich handelt. Bei dem zweiten Interview z.B. hat es ‘ne ganze Weile gedauert, will heißen: ich musste das Intie von Anfang bis Ende lesen, um dann festzustellen, das es sich um Accuser handelt (ist natürlich auch eine Methode, die Leser bei der Stange zu halten...*g*). Seite 7 befasst sich mit Reviews zu Eigenproduktionen und Importen. Auch hier ergeben sich Differenzierungen erst, wenn man alle Artikel auch komplett liest. Schlimmer wird’s sogar mit den konventionellen Reviews. Es gibt absolut keine Zusatzinformation wie Releasedate, Label oder Running Time (wird nur manchmal erwähnt) ... was auch immer, es gibt keine konkrete Bewertung, alles bei wechselnden Formatierungen (obwohl ich darüber gut hinwegsehen kann). Rechtschreibung und Grammatik sind schon fast ein Graus. Reform hin oder her, mal ein falsches Komma oder einen Buchstabendreher ist akzeptabel, das passiert mir auch, aber hier gibt es zu viele Fehler und Patzer. Wenn man schon verbal akrobatische Ergüsse publiziert, sollten sie weitestgehend fehlerfrei sein. Das es mit der deutschen Sprache nicht mehr weit her ist, beweisen unendlich viele Texte auf Webseiten, zahllose Printmedien, irgendwelche Gutachten ... etc. Aber gerade deshalb sollte man besonderen Wert auf den korrekten Sprachgebrauch legen und es nicht auch noch falsch forcieren ... (gilt übrigens auch für den englischen Background der Webseite).
Besonders positiv möchte ich die Ausführlichkeit der ANIMALIZE Interviews hervorheben. Es bleiben kaum Fragen unbeantwortet (auch wenn ich sicherlich andere an Tyra gehabt hätte *lol*). Die stilistische Bandbreite der Interviewpartner find ich toll. So finden sich neben klassischen Vertretern wie Helloween, Krokus, Bathory, Supared ...etc. auch illustre Gäste wie Extrabreit, Ingo Appelt oder auch die längst tot geglaubte Jutta Weinhold und selbst Pornosternchen Tyra Misoux (ja, ihr habt richtig gelesen ... Tiramisu ... selten dämlicher Künstlername) auf dem Talksofa wieder. Es gibt erfreulich wenig Werbung und das schwarz - weiß Layout geht auch völlig ok.

Fazit: Mit Inhalt und Aufmachung an sich kann ich mich gut anfreunden und da es sich beim ANIMALIZE um ein kostenloses Mag von Fans für Fans handelt, lässt sich über so manche Sache hinwegsehen. Will man ein breiteres Publikum erreichen, sollte jedoch einiges umstrukturiert und verbessert werden. In diesem Zuge sollte man auch die dazugehörige Webseite wieder auf Vordermann bringen, viele Seiten funktionieren nicht oder haben keinen Inhalt. Außerdem kann es nicht schaden zu erfahren, wann, wo, von und mit wem Interviews (meistens keine Namen) so gemacht wurden ...