ANDRAS – Iron Way

 
Label: Einheit Produktionen
Release: 27.06.2008
Von: Stormlord
Punkte: 7.5/10
Time: 44:52
Stil: Epic Black Metal
URL: Andras
 
Da ich ANDRAS nur aus ihrer Anfangszeit als rohe Black Metal Band kenne, überrascht mich die musikalische Ausrichtung von Iron Way sehr und das doch sehr positiv.
Vor allem der tolle Klargesang kommt in dieser Güte völlig unerwartet und erinnert zu meiner Freude an Vintersorg. Doch ANDRAS geben sich mit dieser einen stimmlichen Dimension nicht zufrieden und so ergänzt aggressiver Gesang das Vokalspektrum bestens.
Musikalisch agieren die Künstler von hymnisch getragen und eingängig bis blitzschnell nach vorne peitschend und legen großen Wert auf mitsingbare Refrains. Die Band versteht es hierbei sehr gut, das Tempo zwischenzeitlich auffällig zu drosseln und bietet der atmosphärischen Ausrichtung reichlich Platz zur Entfaltung. Einem Schlachtschiff gleich nehmen ANDRAS dann wieder Fahrt auf, nachzuhören beim äußerst gelungenen Titel Spellbreaker.
Zum Glück klingen die Kompositionen nicht allzu eingängig, sodass eine genauere Beschäftigung vonnöten ist. Eine gewisse Sperrigkeit ist dem gebotenen Liedgut nämlich nicht abzusprechen. So pendeln ANDRAS zwischen eingängigen und leicht nachvollziehbaren Elementen sowie anspruchsvollen Strukturen hin und her. Die Hörer werden sowohl unterhalten als auch gefordert – und diese Mischung finde ich sehr gut so. Zwar bieten nicht alle Stücke durchgängig mitreißenden und erstklassigen Stoff, doch wenn die Gruppe auf die epische Karte setzt und die Ideen atmen lässt wie in Return To Black Hill, dann kann ich einfach nur mehr genießen und schicke die eine oder andere Gänsehaut auf die Reise. Auch hier begeistern mich der klare Gesang und die nach und nach gesteigerte Geschwindigkeit, die durch hintergründige, höchst elegische Gitarrenmelodien kontrastiert wird. Danach mutet das kurz über mich hinwegfegende Infested wie ein Schlag ins Gesicht an, bevor es wieder etwas getragener und hymnischer weitergeht. Hervorhebenswert erklingt das schleppende Lied Kreuzweg, bei dem sich Kreischgesang sowie hymnisches Timbre abwechseln und erhabene Melodien im Überfluss erklingen.
ANDRAS schaffen es also, überraschend zu bleiben – sie variieren geschickt, überzeugen durch den gelungenen Gesang, vergessen aber hin und wieder auf erstklassige Melodien was eine noch wohlwollendere Betrachtung meinerseits verhindert. Im recht überlaufenen Genre der epischen Klanglandschaften geben ANDRAS aber sicherlich eine gute Figur ab!