Da
ich ANDRAS nur aus ihrer Anfangszeit als rohe Black Metal
Band kenne, überrascht mich die musikalische Ausrichtung
von Iron Way sehr und das doch sehr positiv.
Vor allem der tolle Klargesang kommt in dieser Güte völlig
unerwartet und erinnert zu meiner Freude an Vintersorg. Doch
ANDRAS geben sich mit dieser einen stimmlichen Dimension
nicht zufrieden und so ergänzt aggressiver Gesang das Vokalspektrum
bestens.
Musikalisch agieren die Künstler von hymnisch getragen
und eingängig bis blitzschnell nach vorne peitschend und
legen großen Wert auf mitsingbare Refrains. Die Band versteht
es hierbei sehr gut, das Tempo zwischenzeitlich auffällig
zu drosseln und bietet der atmosphärischen Ausrichtung
reichlich Platz zur Entfaltung. Einem Schlachtschiff gleich
nehmen ANDRAS dann wieder Fahrt auf, nachzuhören
beim äußerst gelungenen Titel Spellbreaker.
Zum Glück klingen die Kompositionen nicht allzu eingängig,
sodass eine genauere Beschäftigung vonnöten ist. Eine
gewisse Sperrigkeit ist dem gebotenen Liedgut nämlich nicht
abzusprechen. So pendeln ANDRAS zwischen eingängigen
und leicht nachvollziehbaren Elementen sowie anspruchsvollen
Strukturen hin und her. Die Hörer werden sowohl unterhalten
als auch gefordert – und diese Mischung finde ich sehr
gut so. Zwar bieten nicht alle Stücke durchgängig
mitreißenden und erstklassigen Stoff, doch wenn die Gruppe
auf die epische Karte setzt und die Ideen atmen lässt wie
in Return To Black Hill, dann kann ich einfach nur mehr
genießen und schicke die eine oder andere Gänsehaut
auf die Reise. Auch hier begeistern mich der klare Gesang und
die nach und nach gesteigerte Geschwindigkeit, die durch hintergründige,
höchst elegische Gitarrenmelodien kontrastiert wird. Danach
mutet das kurz über mich hinwegfegende Infested
wie ein Schlag ins Gesicht an, bevor es wieder etwas getragener
und hymnischer weitergeht. Hervorhebenswert erklingt das schleppende
Lied Kreuzweg, bei dem sich Kreischgesang sowie hymnisches
Timbre abwechseln und erhabene Melodien im Überfluss erklingen.
ANDRAS schaffen es also, überraschend zu bleiben
– sie variieren geschickt, überzeugen durch den gelungenen
Gesang, vergessen aber hin und wieder auf erstklassige Melodien
was eine noch wohlwollendere Betrachtung meinerseits verhindert.
Im recht überlaufenen Genre der epischen Klanglandschaften
geben ANDRAS aber sicherlich eine gute Figur ab!