ANATHEMA A Fine Day To Exit  
 
Label: Music For Nations
Release: 01.10.2001
Von: Schlaxi
Punkte: 9/10
Time: 62:63
Stil: Rock/Metal
URL: Anathema
 
Länger war es ja nun still um die vier Recken aus England. Doch nun machen sie gleich mit zwei Meldungen auf sich aufmerksam, denn ANATHEMA veröffentlichen ihr neuestes Album A Fine Day To Exit und rechtzeitig dazu, kündigte Dave Pybus seinen Ausstieg aus der Band an. Doch wollen wir uns hauptsächlich der Musik zuwenden, den die kann sich sehen lassen! ANATHEMA überraschen wie bei allen letzten Album und setzen neue Maßstäbe.
Einmal die CD in den Player gelegt wird man gleich von einem untypischen Auftakt begrüßt. Ein Strandspaziergang mit seltsamen Geräuschen ("What about chickeeeeen"), dessen Sinn sich mir nicht ganz erschließt, aber ich bezeichne es mal als abgefahren. Und dann beginnt auch schon der Ansturm auf jegliche Emotionen, die ein Mensch nur haben kann. Klavierakkorde eröffnen Pressure, einem Track im 70er Jahre Stil vermengt mit doomigen Elementen, der einen wirklich auf eine 55 Minuten lange musikalische Reise einstimmt, die einen in ihren Bann zieht und schwer wieder losläßt. Hierbei sei auch bemerkt, daß Les Smith nach seinem Ausflug zu Cradle wieder an den Tasten sitzt und ich finde, er hätte nie etwas anderes tun sollen und jeder der dieses Album hört wird mir zustimmen. Dieses Album ist so ausgewogen, so abgeschlossen in sich selbst, einfach ein unbeschreibliches Hörerlebnis. ANATHEMA sind mehr zu einer Rock Band gereift, die sich auch stark an der Musik der 70er Jahr und auch Pink Floyd orientiert, ohne diese jedoch zu kopieren. Dadurch kommen sie auf ein Level der Perfektion, daß andere Bands nur schwer erreichen können. Looking Outside Inside, Pressure, Release geben einen Weg vor, wie man Akustikteile gekonnt mit harten und rockigen Riffs mischt. Dazu noch der Gesang, der nun über die Jahre herangereift ist und sich sehen lassen kann (im Gegensatz zu Eternity) bildet einfach ein Stücke, die nicht besser zeigen könnten, wie eine Band reift und ihre Stärken umsetzen kann. Panic und Underworld zeigen aber durchaus, daß die Band noch härtere, treibende Songs schreiben kann, wenn auch auf einer anderen Stufe, als dies früher geschah.
Ich möchte jedoch von den hier erwähnten Tracks und allen anderen keinen Anspielttipp geben, laßt die Platte von vorne bis hinten auf euch wirken, sie nimmt euch auf eine atmosphärische Reise mit und man kann mit ihr so richtig schön auf seinen eigenen Gedanken treiben. Fans der ersten Stunde mögen mit diesem Album zwar nichts mehr anfangen können, wenn sie den Reifungsprozeß der Band nicht verstehen wollen. Dieses Gefühlvolle Rock Album ist für mich bis jetzt das Highlight des Jahres, ANATHEMA haben es wieder geschafft, meine Erwartungen zu toppen. Ich empfehle dieses Album uneingeschränkt jedem, der gute Musik mag!!!