Länger
war es ja nun still um die vier Recken aus England. Doch nun machen
sie gleich mit zwei Meldungen auf sich aufmerksam, denn ANATHEMA
veröffentlichen ihr neuestes Album A Fine Day To Exit
und rechtzeitig dazu, kündigte Dave Pybus seinen Ausstieg aus
der Band an. Doch wollen wir uns hauptsächlich der Musik zuwenden,
den die kann sich sehen lassen! ANATHEMA überraschen wie
bei allen letzten Album und setzen neue Maßstäbe.
Einmal die CD in den Player gelegt wird man gleich von einem untypischen
Auftakt begrüßt. Ein Strandspaziergang mit seltsamen Geräuschen
("What about chickeeeeen"), dessen Sinn sich mir nicht
ganz erschließt, aber ich bezeichne es mal als abgefahren. Und
dann beginnt auch schon der Ansturm auf jegliche Emotionen, die
ein Mensch nur haben kann. Klavierakkorde eröffnen Pressure,
einem Track im 70er Jahre Stil vermengt mit doomigen Elementen,
der einen wirklich auf eine 55 Minuten lange musikalische Reise
einstimmt, die einen in ihren Bann zieht und schwer wieder losläßt.
Hierbei sei auch bemerkt, daß Les Smith nach seinem Ausflug zu
Cradle wieder an den Tasten sitzt und ich finde, er hätte nie
etwas anderes tun sollen und jeder der dieses Album hört wird
mir zustimmen. Dieses Album ist so ausgewogen, so abgeschlossen
in sich selbst, einfach ein unbeschreibliches Hörerlebnis. ANATHEMA
sind mehr zu einer Rock Band gereift, die sich auch stark an der
Musik der 70er Jahr und auch Pink Floyd orientiert, ohne diese
jedoch zu kopieren. Dadurch kommen sie auf ein Level der Perfektion,
daß andere Bands nur schwer erreichen können. Looking Outside
Inside, Pressure, Release geben einen Weg
vor, wie man Akustikteile gekonnt mit harten und rockigen Riffs
mischt. Dazu noch der Gesang, der nun über die Jahre herangereift
ist und sich sehen lassen kann (im Gegensatz zu Eternity) bildet
einfach ein Stücke, die nicht besser zeigen könnten, wie eine
Band reift und ihre Stärken umsetzen kann. Panic und
Underworld zeigen aber durchaus, daß die Band noch härtere,
treibende Songs schreiben kann, wenn auch auf einer anderen Stufe,
als dies früher geschah.
Ich möchte jedoch von den hier erwähnten Tracks und allen anderen
keinen Anspielttipp geben, laßt die Platte von vorne bis hinten
auf euch wirken, sie nimmt euch auf eine atmosphärische Reise
mit und man kann mit ihr so richtig schön auf seinen eigenen Gedanken
treiben. Fans der ersten Stunde mögen mit diesem Album zwar nichts
mehr anfangen können, wenn sie den Reifungsprozeß der Band nicht
verstehen wollen. Dieses Gefühlvolle Rock Album ist für mich bis
jetzt das Highlight des Jahres, ANATHEMA haben
es wieder geschafft, meine Erwartungen zu toppen. Ich empfehle
dieses Album uneingeschränkt jedem, der gute Musik mag!!!
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