AMPLIFIER sind zurück, und mit dem neuen Album Mystoria ist auch der ROCK zurückgekehrt, nachdem der Vorgänger Echo Street teilweise doch arg verhalten war. Auf Mystoria geben die Briten teilweise so dermaßen Gas, das selbst die Frühwerke Amplifier und Insider dagegen wie blasse kleine Geschwister aussehen. Konnte man die Frühwerke in die Schnittmenge Tool meets Kyuss einordnen, so fällt das auf Mystoria wesentlich schwerer, haben die Ausflüge in den Prog und den Artrock doch zu viele Spuren hinterlassen. Aber die neue Power tut AMPLIFIER gut, das neue Material klingt frisch, energiegeladen, unbekümmert und dadurch auch gleich wesentlich positiver. Auf Mystoria schimmern immer Pink Floyd durch, die Beatles kommen auch noch dazu, wie in der Positivhymne Cats Cradle). Aber es gibt auch knackige Rocker wie der Opener Black Rainbow nach dem Intro und das kurze Bride oder sanftere und spacigere Nummern, wie das Abschlussdoppel Crystal Mountain/Crystal Anthem.
Mystoria macht Spaß zu hören, sorgt tatsächlich hier und da für ein Lächeln im Gesicht (und das sage ausgerechnet ich) und auf einer Autofahrt dürfte die Scheibe für ein ziemlich durchgetretenes Gaspedal sorgen. Also Obacht – Suchtgefahr! Tolle Platte für die 9,5 Punkte sicherlich nicht zu viel sind.
P.S: Bei all den ständigen Veränderungen, die die Band durchlaufen hat, ist die Band jedoch stets unverkennbar AMPLIFIER geblieben und diesen Werdegang zu verfolgen fand ich von Anfang an sehr spannend. Es lohnt sich auch noch mal rückblickend in die alten Scheiben reinzuhören.