Kurz
nach Veröffentlichung des neuen Albums Far
From The Sun, welches über das neue Majorlabel
Virgin in die Läden kommt, legen die ex-Langzeitpartner
Relapse eine weitere Best Of AMORPHIS nach.
Anders wie bei Story – 10th Anniversary
(2000) gibt es bei Chapters nicht
nur einen Rückblick auf die gesamte AMORPHIS
Schaffensphase bei Relapse (also alle Veröffentlichungen,
außer das brandneue Album), sondern auch eine DVD mit
5 Videos aus dieser Zeit.
Die Zeitreise wurde chronologisch aufgebaut. Man startet knapp
in der Gegenwart mit Alone und Drifting Memories
von Am Universum (2001) und geht
dann Schritt für Schritt zurück in die Vergangenheit.
Also per Zeitmaschine und Back Button. Weiter geht’s
mit The Way und Summer’s End von der
Tuonela (1999), über Better
Unborn, den absoluten Hit My Kantele und Weeper
On The Shore von der Elegy
(1996). Black Winter Day, The Castaway und
Drowned Maid schließen sich von der Tales
From The Thousand Lakes (1994) an, bis man am
Ursprung mit Warriors Trial, The Exile Of The
Songs Of Uisliu und The Lost Name Of God von
The Karelian Isthmus (1992) landet.
Dazwischen gibt es ein paar rare Songs, die auf den Single
Veröffentlichungen vertreten waren. Too Much To See
von der Alone Single zu Am
Universum, Northern Lights von der
Divinity Single zu Tuonela,
The Brother-Slayer von der My Kantele
Single zu Elegy (dieser Track war
allerdings auch schon auf der Story)
und Moon And Sun von der Black Winter
Day Single zur Tales From The Thousand
Lakes.
Musikalisch gibt’s natürlich nichts zu meckern.
Die Musik von AMORPHIS ist wandelbar wie
ein Chamäleon und dabei zeitlos schön. Bei dieser
Zeitreise merkt man dann auch, das sich die Band musikalisch
eigentlich gar nicht so sehr verändert hat. Der Gesang
ist jetzt nur clean und man lässt eine Menge an verschiedenen
Elementen und Stilen einfließen. Das Grundgerüst
ist aber immer noch unverkennbar AMORPHIS.
Über
die Auswahl der Songs lässt sich sicher streiten. Relapse
sind auf Nummer sicher gegangen und haben alles zusammengestellt,
was bekannt und erfolgreich war. Statt The Brother-Slayer
ein weiteres Mal zu präsentieren, hätte ich lieber
ältere Schmankerl wie z.B. Elegy gesehen bzw.
gehört oder Tracks von der Privilege Of Evil
EP. Ich denke, hier ging es der Firma ausschließlich
um den schnöden Mammon, nachdem AMORPHIS
nun bei einem anderen Label unterschrieben haben.
Bei
der DVD verhält es sich nicht anders. Die 5 Clips Alone,
Divinity, My Kantele, Against Widows
und Black Winter Day handelt es sich um die offiziellen
Videos. Alles relativ lieblos aneinandergereiht. Man kann
zwar noch durch die Texte zappen, aber das war’s auch
schon. Keine zusätzlichen Infos, keine Live Mitschnitte...
nix. Da hätte man weit mehr draus machen können.
Schade, schade...
Fazit:
Chapters verschafft zwar einen
netten Überblick über die gesamte Bandbreite des
kreativen Schaffens von AMORPHIS und ist
für Neufans sicher zu empfehlen, hat aber absolut nichts
Spezielles, um es Langzeitfans ans Herz zu legen. Hier hat
man typische Labelpolitik praktiziert: Band ist weg, also
her mit allem, wo man noch die Rechte dran hat und noch ein
bisschen Geld verdient.