AMATRIS – Before The Final Journey

 
Label: Twilight
Release: 24.03.2006
Von: Ole
Punkte: 2/10
Time: 38:41
Stil: Gothic Metal
URL: Amatris
 
Ich sag’s wirklich nur ungern, aber: selten hab ich so einen Unsinn gehört! D.h., vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für AMATRIS und ihr aktuelles Album Before The Final Journey?! Damit höhlen sie nämlich m.E. auch nur die uralte Kerbe aus, die Bands wie Theatre Of Tragedy Mitte der Neunziger mal zu schlagen angefangen haben. Und mehr als totschlagen kann man das Genre nun wirklich nicht!
Angefangen beim Gut-Böse-Frontcover und dem Kriegsheimkehrer-Rücken über die 96er Synthie-Sounds bis zur einfallslosen Weltuntergangs-Thematik der Songs finden wir nichts als eine Litanei der Klischees. Machen wir uns nichts vor: Der männliche Gesang ist nicht „variabel“, weil er sowohl clean singt als auch grunzt, nein: Er ist schlicht und ergreifend schlecht! Jeder halbprofessionelle Sänger schlägt angesichts so einer gruselig-holzigen Intonation die Hände über dem Kopf zusammen. Der weibliche Gesang nimmt sich daneben zwar nicht ganz so aufdringlich aus. Andererseits kommt er bei mir über das Urteil „gefällig“ auch nicht hinweg, da sich sein Ambitus selten über eine Quinte hinaus bewegt (und wenn, dann wird’s auch leicht atonal).
Mit ihren Oberstufen-Gruftie-Texten postulieren sie so naiv-pessimistische Vorstellungen wie die der Menschheit als Marionetten (Stupid Puppets) oder dem Warten auf die letzte Reise. - Huuuh!
Und wenn’s im Sound mal etwas doomiger daher kommt, dann denkt man an die still verzweifelten Momente von My Dying Bride und beißt angesichts so einer Presslufthammer-Theatralik in die Schreibtischkante! Melodieführung, Akkordfolgen – alles schon mal dagewesen, filigranes Songwriting geht irgendwie auch anders...
Schon gut, ich hör besser auf. Wer sowas mag, dem will ich’s nicht vergällen, schließlich soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Aber in meinem Alter soll man sich nicht auch mehr so aufregen...