ALOOP – Global Crisis

 
Label: Edgerunner Records
Release: September 2005
Von: Psycho
Punkte: 7.5/10
Time: 43:06
Stil: Thrash/MetalCore
URL: ALooP
 
Kommt mir das im fortgeschrittenen Alter nur so vor oder nimmt die Schwemme neuer Bands inzwischen immer ungeahntere Ausmaße an? Jedenfalls kann es so schnell passieren, dass an sich geile Veröffentlichungen im Wust der Neuerscheinungen einfach komplett untergehen, weil, nicht zuletzt schon aufgrund sich stetig verbessernder technischer Möglichkeiten, recht viele CD's zumeist im soliden Durchschnittsbereich anzusiedeln sind.
Ein anderes Problem dabei ist aber auch die Frage: Wie setze ich mich vom Rest der (Musik-)Welt ab? An diesem Punkt knabbern auch die Dänen ALOOP, die nämlich auf ihrem Debüt Global Crisis eigentlich alles richtig machen und trotzdem nicht so recht aus der Masse der Veröffentlichungen herausragen wollen. Musikalisch mischt man die Aggressivität und das barsche Auftreten der alten Thrash-Schule mit modernen Melodie-Läufen und griffigen Refrains, die in der Mehrzahl mit cleaner Stimme vorgetragen werden, während Sänger Bo Larsen sich ansonsten die Lunge aus dem Hals schreit.
Normaler Weise wäre eine solche Umschreibung, eine zumindest solide Umsetzung vorausgesetzt, fast schon ein Garant für gelungenes Entertainment und einen vorderen Platz in so manchem Soundcheck dieser Welt. Leider machen inzwischen ganz schön viele Bands einen mehr als vergleichbaren Sound, und in einem solchen Fall haben es die Nachzügler naturgemäß ziemlich schwer. Auch ALOOP haben mit dem Opener Breath Of The Self-Righteous (mit netter Slayer-Adaption als Intro), dem besten Track An Ode To The Six-Sided Man (geiler, brutaler Groove und ein mitreißender Refrain) oder dem recht abwechslungsreichen Titelstück einige Highlights am Start, aber in Punkto Eigenständigkeit, Wiedererkennungswert und Innovation sieht es da noch relativ bescheiden aus, zumal das Niveau gegen Ende der CD doch etwas nachlässt.
Da Global Crisis aber trotzdem in jedem Fall, auch Dank des beinharten Sounds, ordentlich kickt und man bei einem Debüt nicht immer ganz so streng sein sollte, sind 7,5 Punkte hier durchaus gerechtfertigt. Trotzdem wird man sich bereits auf dem nächsten Album in Sachen Originalität einiges einfallen lassen müssen...