AKRIVAL – Vitriolic

 
Label: Pictonian Records
Release: 21.06.2008
Von: Haris
Punkte: 8.5/10
Time: 45:12
Stil: Black Metal
URL: Akrival
 
Die in Berlin beheimateten AKRIVAL legen mit Vitriolic ihr zweites Zeugnis schwarzmetallischer Kunst ab. Dabei heben sie sich von deutschen Szenevorreitern wie Endstille in puncto Virtuosität und Komplexität deutlich ab. Am ehesten fällt mir beim hochtechnischen, äußerst druckvoll produzierten und beängstigend düster in Szene gesetzten Sound das aggressive Moment der Landsleute Secrets Of The Moon ein, dabei verzichten AKRIVAL fast durchgehend auf Verschnaufpausen in Form von cleanen Parts oder ähnlichem.
Der Opener Vitriolic Circles prescht los mit verstörenden, durch einen Filter gejagten Stimmen, ehe der Sturm losbricht. Trotz der technischen Klasse der Musiker überfordern sie den Hörer nicht. Denn trotz der gefühlten 120 Riffs/Song kommen die Jungs bei jedem einzelnen der neun Lieder auf den Punkt, auch wenn man bei dem einen oder anderen Song einige Anläufe benötigt, ehe sich die finstere Melange voll entfaltet. So beispielsweise bei dem herrlich an alte Atrocity erinnernden Your Last Breath: ein klasse Tapping-Intro, ein klar abgemischter Fretless-Bass Sound, der AKRIVAL eine ganz besondere Note verleiht, und eine ähnliche Anhäufung logisch zusammenhängender Killerriffs wie bei Atrocitys Godless Years oder Unspoken Names (beide vom Todessehnsucht-Album). Ganz großes Kino. Man sieht den Jungs die 15 Jahre Bandgeschichte an – erfahren, aber nicht zu routiniert; frisch, aber nicht trendorientiert; basistreu, aber nicht verbohrt ignorant; progressiv, aber nicht sperrig!
Würde man jetzt zu den mitreißenden Tempowechseln in Songs wie Moor Of Mercilessness noch die ein oder anderen Dynamikwechsel hinzufügen und würde Sänger Scarog noch ein wenig mehr Farbe in seinen erstklassigen Vocals zulassen, dann würde für mich Vitriolic noch stimmiger klingen und wäre letztlich noch wertvoller für die deutsche Metal-Szene.