Die
in Berlin beheimateten AKRIVAL legen mit Vitriolic
ihr zweites Zeugnis schwarzmetallischer Kunst ab. Dabei heben
sie sich von deutschen Szenevorreitern wie Endstille in puncto
Virtuosität und Komplexität deutlich ab. Am ehesten
fällt mir beim hochtechnischen, äußerst druckvoll
produzierten und beängstigend düster in Szene gesetzten
Sound das aggressive Moment der Landsleute Secrets Of The Moon
ein, dabei verzichten AKRIVAL fast durchgehend auf Verschnaufpausen
in Form von cleanen Parts oder ähnlichem.
Der Opener Vitriolic Circles prescht los mit verstörenden,
durch einen Filter gejagten Stimmen, ehe der Sturm losbricht.
Trotz der technischen Klasse der Musiker überfordern sie
den Hörer nicht. Denn trotz der gefühlten 120 Riffs/Song
kommen die Jungs bei jedem einzelnen der neun Lieder auf den
Punkt, auch wenn man bei dem einen oder anderen Song einige
Anläufe benötigt, ehe sich die finstere Melange voll
entfaltet. So beispielsweise bei dem herrlich an alte Atrocity
erinnernden Your Last Breath: ein klasse Tapping-Intro,
ein klar abgemischter Fretless-Bass Sound, der AKRIVAL
eine ganz besondere Note verleiht, und eine ähnliche Anhäufung
logisch zusammenhängender Killerriffs wie bei Atrocitys
Godless Years oder Unspoken Names (beide vom Todessehnsucht-Album).
Ganz großes Kino. Man sieht den Jungs die 15 Jahre Bandgeschichte
an – erfahren, aber nicht zu routiniert; frisch, aber
nicht trendorientiert; basistreu, aber nicht verbohrt ignorant;
progressiv, aber nicht sperrig!
Würde man jetzt zu den mitreißenden Tempowechseln
in Songs wie Moor Of Mercilessness noch die ein oder
anderen Dynamikwechsel hinzufügen und würde Sänger
Scarog noch ein wenig mehr Farbe in seinen erstklassigen Vocals
zulassen, dann würde für mich Vitriolic
noch stimmiger klingen und wäre letztlich noch wertvoller
für die deutsche Metal-Szene.