Nicht
oft kommt es vor, dass mir eine Eigenproduktion ins Haus flattert,
die nicht aus dem deutschsprachigen Raum stammt, so war ich
natürlich umso gespannter, was die Italiener AISLING
bieten können. Der erste Eindruck war schon mal nicht schlecht,
so wird hier eine Vielzahl von Elementen in die Musik vereint,
begonnen vom doch eher ruhigen Klavier-Intro, zu Highspeed
Attacken, denen man getrost den Stempel Melodic Black Metal
aufdrücken kann bis hin zu Folk-lastigen Parts mit Winduntermalung
- die Band selber bezeichnet sich als "Pagan Metal", was ich
allerdings nur halbherzig unterschreiben kann, da eben die
Stilvielfalt zu umfangreich ist, um sie mit einem einzigen
Ausdruck zusammenzufassen. Doch bei mehrmaligem Anhören muss
man erkennen, dass gerade dieser Reichtum an Stilen der Band
doch schadet, da sie es nicht schaffen, die Teile zu einem
Ganzen zusammenzufügen und nachvollziehbare Songstrukturen
zu schreiben, so hat man permanent das Gefühl, AISLING
wissen nicht so recht, was sie eigentlich wollen. Komplexe
Songstrukturen in allen Ehren, doch wenn man auch nach dem
fünfzigsten Durchlauf keinen roten Faden erkennen kann, so
mangelt es da doch an einigem. Eigentlich schade, da man merkt,
mit wie viel Liebe das Album gemacht wurde, so passen auch
Sound und technische Fähigkeiten, aber die helfen alle nicht
viel, wenn es keine Strukturen zum Anhalten gibt.
Ein
großes Lob geht aber zum Schluss noch an denjenigen, der dem
Album das Layout verpasst hat, denn das 8-seitige Booklet
ist optisch wirklich ansprechend und passt auch ziemlich gut
zur Musik - bei dem professionellen Design fiel es mir anfangs
schwer zu glauben, dass dies keine Labelband sei.
Somit
sei denjenigen, denen komplexe Songstrukturen generell nichts
geben sofort gesagt, dass sie hiermit keine Freude haben werden
- andere könnten Aisling jedoch
antesten - vielleicht finden sie ja Anhaltspunkte, die mir
verborgen geblieben sind.