AHNENSTAHL – Zwischen Tod und Leben

 
Label: Black Tower
Release: 20.06.2006
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 40:20
Stil: Epic Pagan Black Metal
URL: Ahnenstahl
 
AHNENSTAHL spielen nicht mit Klischees, das zeigt schon das Layout ihrer CD, eine schlichte Sanduhr ziert das Titelbild. Die stilvolle Hülle von Zwischen Tod Und Leben stimmt uns auf das lyrische Konzept des Albums ein, denn die Vergänglichkeit des menschlichen Daseins wird textlich abgehandelt. Das einfach, aber wirkungsvoll und aussagekräftig gestaltete schwarz/weiß Cover steht im Gegensatz zur atmosphärisch dichten Musik von AHNENSTAHL.
Schon im ersten Stück Die Offenbarung können Falagar (auch von Rivendell bekannt) und sein Partner Chester eine wunderbare Stimmung aufbauen. Harmonisch fließende Keyboardteppiche, elegische Gitarrenmelodien, gepaart mit klarer Stimme wechseln mit flotteren Passagen, inklusive Kreischgesang, ab; der Klavierpart im Mittelteil setzt einen Glanzpunkt. Ein gelungener Einstieg also! Die Musik der langen Kompositionen ist über weite Strecken heroisch und getragen. Falkenbach, Rivendell und Gardens Of Gehenna kommen als Vergleiche in Frage – so spannend wie die Musik genannter Künstler wirken auch die 40 Minuten Zwischen Tod und Leben. Überraschend schnell und aggressiv klingt Am Gnadenfall, besonders die eindringlichen deutschen Texte hinterlassen einen positiven Eindruck. Stampfend und mitunter morbide und mechanisch schleifend, weiß auch dieser Song bestens zu unterhalten. Auch in weiterer Folge wenden AHNENSTAHL diese Taktik der sich kontrastierenden Tempi an und stimmtechnisch kann Falagar in allen Lagen überzeugen. Die manchmal beschwerlich dahinrollenden Rhythmen verdeutlichen die zu vermittelnden Inhalte und passen in ihrer Schwerfälligkeit bestens zum Textkonzept. In diesem Zusammenhang muss ich noch Zur letzten Ruh' hervorheben, das wirklich beklemmend und bedrohlich beeindruckt. Die beiden Komponisten haben es einfach drauf, von vorne bis hinten spannende und packende Songs zu gestalten, besonders die hervorragenden Klaviermelodien sind traumhaft und setzen den Stücken das Sahnehäubchen auf. So lässt eine ebensolche Pianoweise (Aufbruch genannt) das Album ruhig ausklingen.
Bis zum letzten Ton bleibt die Spannung aufrecht und so kann ich allen, die auf epische Musik stehen, dieses Album wärmstens empfehlen. Es gibt viel zu entdecken, auf der Digipack Version sogar das Debüt Zwielicht als lohnenswertes akustisches Geschenk obendrauf.