AGRYPNIE – F51.4

 
Label: Supreme Chaos Records
Release: 29.09.2006
Von: Janine
Punkte: 9/10
Time: 52:04
Stil: (Melodic) Black Metal
URL: Agrypnie
 
Hinter dem anfangs unaussprechlichen Wort AGRYPNIE (das eine Art von Schlafstörung darstellt) steht niemand geringerer als Torsten, der Unhold, seines Zeichens ehemaliges Mitglied von Nocte Obducta. Und was hat es mit diesem seltsamen Titel F51.4 auf sich? Meine wissenschaftlichen Nachforschungen haben ergeben, dass es sich hierbei um schlimmste Panikattacken während des nächtlichen Schlafes handelt. Ein bestens durchdachtes Konzept? Auf jeden Fall.

Nachdem dies nun geklärt wäre, geht es ans Eingemachte. Diese Scheibe ist von Düsternis und packender Dunkelheit umgeben, deren gewaltige Atmosphäre von nur einem Musiker erzeugt wird. Der Zuhörer wird unweigerlich in einen Strudel aus eisiger Traurigkeit und Wut hineingerissen und es gibt kein Entrinnen. F51.4 beginnt ruhig und steigert sich mit jedem weiterem Track an Härte und Schnelligkeit. Komplexe Songstrukturen lassen keine Langeweile aufkommen und bei jedem Hördurchgang erschließen sich dem Hörer mehr und mehr kostbare Details.

Die durchwegs deutschen Texte, die der Feder von Nocte Obducta Mastermind Marcel Breuer entstammen, tragen zur Durchschlagskraft der Songs erheblich bei. Endlich wieder einmal Lyrics, die es wirklich Wert sind, in einem Booklet abgedruckt zu werden! Speziell dem Track Auf den nackten Korridoren sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Hier erfährt der düstere Black Metal meiner Meinung seinen Höhepunkt. Verzweifelte Texte und dramatischer Liedaufbau ergänzen einander perfekt und entfachen einen wahren Exzess in den Gehörgängen.

Die vertrackten Songs verlangen dem Zuhörer seine vollste Konzentration ab. Dies ist keine CD, die als Hintergrundbeschallung dienen kann. Zum Glück!