AGMEN - Damnation
Label: Breathe Of Night Records
Release: 1999
Von: Loki
Punkte: 9
 

Böse wie Black Metal halt so sein muss, stellt sich auch die Band AGMEN aus Tschechien, zumindest mit dem Cover der aktuellen Scheibe Damnation dar.
Erstaunlicherweise musste ich feststellen, dass es in dem Sumpf schlecht anmutender Black Metal Musik doch noch gelegentlich einen hoffnungsvollen Schimmer gibt. Nach so vielen Newcomern, die plötzlich wieder wie Pilze aus dem Boden schießen und alle unheimlich True und Evil sind und dabei nicht nur einen miesen Sound fabrizieren, nein auch nicht wirklich ihre Instrumente beherrschen oder Satan hilf, einigermaßen Singen können. Nun, ich musste feststellen, dass sich anmalen und wie ein Troll im Wald herumspringen noch keine gute Musik ausmachen. Damit will ich jetzt den Black Metal an sich nicht angreifen, es fiel mir nur in vielen Magazinen auf.
AGMEN hat nun zwar den Black Metal auch nicht neu erfunden, aber was diese Jungs hier abliefern ist wirklich gut. Sehr viel Abwechslung macht dieses Werk wirklich sehr hörbar. Trotz der Beschreibung, die mir von dieser Band vorliegt ( brutal ripping Black Metal ) finde ich die CD sehr melodiös und weder übel "brutal" noch wirklich "ripping". Aber sie drückt wirklich wunderbar nach vorne und man merkt, dass die beiden Musiker Ihr Handwerk wirklich verstehen.
Als ich das Intro hörte und eine Akustikgitarre vernahm, musste ich schon ein wenig lächeln, da mir das "brutal" und "ripping" immer noch im Gedächtnis war. Doch keine Minute später gefror mir das selbige im Gesicht. Ohne Pause und ohne erkennbaren Übergang schlugen die erst so sanften Klänge in einen gewaltigen musikalischen Gewittersturm um. Brachial aus meiner Illusion gerissen konnte ich die nun folgenden Stücke genießen. Mehr und mehr bewegte sich mein Bein zu den rhythmischen Klängen. Das Material erinnerte mich deutlich an Siebenbürgen, nur das hier die Frauenstimme fehlte. Doch muss ich sagen, dass ich sie hier überhaupt nicht vermisse. Deutlich führen mir diese Jungs vor Augen, dass man auch ohne Quotentusse am Keyboard oder am Mikro einfach geile Musik machen kann.

Alles in allem ein gelungenes Teil, sehr abwechslungsreich und auf keinen Fall langweilig. Freunde des melodischen Black Metals können hier gedankenlos Zugreifen. Und mir fällt auf, das es wieder eine Band aus der ehemaligen CSSR ist, die ein gutes Stück Musikarbeit abliefern.